Elektrizität in Jamaika im Jahr 2022
Jamaikas Stromverbrauch wurde 2022 zu rund 87 % durch fossile Brennstoffe gedeckt. Gas allein stellte mit etwa 53 % mehr als die Hälfte des Stroms bereit. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen nur rund 13 % aus: etwa 6 % entfielen auf Wind, jeweils knapp 3 % auf Solar und Wasserkraft sowie gut 1 % auf Biokraftstoffe. Damit dominieren fossile Brennstoffe die Stromversorgung deutlich; ein größerer Anteil sauberer Stromerzeugung könnte deren Beiträge zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung verringern.
Wächst der Strom in Jamaika?
Gemessen am Stromverbrauch pro Kopf liegt Jamaika deutlich unter seinem früheren Höchststand. Im Jahr 2022 betrug dieser rund 1.580 kWh pro Person, gegenüber etwa 2.770 kWh im Rekordjahr 2006 – ein Rückgang um rund 1.190 kWh beziehungsweise 43 %. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung blieb mit rund 204 kWh pro Person unter ihrem Höchstwert von 229 kWh im Jahr 1983, also etwa 24 kWh beziehungsweise 11 % darunter. Diese Zahlen zeigen keinen neuen Wachstumshöchststand, erlauben aber allein keine Aussage über den jüngsten jährlichen Trend oder den gesamten Stromverbrauch des Landes. Der große Abstand zu den bisherigen Rekorden ist besorgniserregend, denn Elektrifizierung und neue digitale Anwendungen benötigen künftig mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Jamaika sollte vor allem Solar ausbauen, seine Windstromerzeugung weiterentwickeln und die Möglichkeiten der Kernenergie prüfen. Besonders passende Vorbilder für Solar sind Inselregionen: Im US-Bundesstaat Hawaii und auf Zypern liefert Solar jeweils rund 23 % des Stroms, in Cabo Verde etwa 14 %. Diese Beispiele bieten Anknüpfungspunkte für Solaranlagen auf Dächern und größere Anlagen, ergänzt durch Speicher und einen leistungsfähigen Netzausbau. Für Wind kann Jamaika von Uruguay lernen, wo etwa ein Drittel des Stroms aus Wind stammt. Kernenergie sollte ebenfalls als mögliche Ergänzung einer langfristigen kohlenstoffarmen Stromversorgung untersucht werden: Frankreich erzeugt damit etwa zwei Drittel seines Stroms, der US-Bundesstaat South Carolina mehr als die Hälfte. Die Erfahrungen dieser Regionen können Jamaika helfen, einen geeigneten Weg zu mehr sauberer und verlässlicher Stromerzeugung zu entwickeln.
Geschichte
Die dokumentierte Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Jamaikas war lange von einzelnen Veränderungen statt kontinuierlichem Wachstum geprägt. In den 1970er-Jahren stieg die Stromerzeugung aus Biokraftstoffen 1973 und 1976 jeweils um 0,1 TWh, bevor sie 1979 um 0,1 TWh sank. Einem weiteren Zuwachs von 0,1 TWh im Jahr 1983 folgten Rückgänge von 0,3 TWh 1984 und 0,1 TWh 1990. Bei Wasserkraft weisen mehrere Einträge keine Veränderung auf; 2001 wurde ein Rückgang um 0,1 TWh verzeichnet. Wind zeigte 2004 und 2011 zunächst keine ausgewiesene Veränderung, legte aber 2016 und 2017 jeweils um 0,1 TWh zu – ein erfreulicher Ausbau sauberer Stromerzeugung. Im Jahr 2019 kamen bei Biokraftstoffen 0,1 TWh hinzu, während Solar und Wind in den vorliegenden, gerundeten Angaben keine Veränderung zeigten. Insgesamt unterstreicht diese Geschichte den Bedarf an einem stetigeren Ausbau, besonders von Solar und weiteren kohlenstoffarmen Stromquellen.
















