Grönland deckte 2022 bereits rund 87 % seines Stromverbrauchs mit kohlenstoffarmem Strom – eine beachtliche Leistung. Dieser saubere Strom stammte vollständig aus Wasserkraft; fossile Brennstoffe lieferten die übrigen rund 13 %. Die nächste Herausforderung besteht darin, Verkehr, Heizung und Industrie stärker zu elektrifizieren. Dafür wird deutlich mehr Strom benötigt, möglichst aus kohlenstoffarmen Quellen, damit zugleich klimaschädliche Emissionen und Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe sinken.
Wächst der Strom in Grönland?
Die jüngsten Zahlen zeigen Wachstum: Der Stromverbrauch erreichte 2022 rund 9.650 kWh pro Person und übertraf damit den bisherigen Rekord von rund 9.280 kWh aus dem Jahr 2020 um etwa 370 kWh beziehungsweise 4 %. Noch stärker wuchs die kohlenstoffarme Stromerzeugung: Sie erreichte rund 8.400 kWh pro Person, gegenüber dem bisherigen Höchststand von rund 7.680 kWh im Jahr 2021. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 720 kWh beziehungsweise gut 9 %. Diese neuen Höchststände sind erfreulich und schaffen eine bessere Grundlage für die weitere Elektrifizierung.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung weiter zu steigern, sollte Grönland zusätzliche Wasserkraftpotenziale erschließen und zugleich Solarstrom ausbauen. Solaranlagen könnten insbesondere während der langen Sommertage die Stromversorgung ergänzen. Speicher und stärkere Stromnetze können helfen, zusätzliche saubere Erzeugung nutzbar zu machen. Auch Kernenergie sollte als mögliche langfristige Ergänzung geprüft werden, wobei geeignete Anlagengrößen und der künftige Strombedarf entscheidend sind. Ein breiterer kohlenstoffarmer Strommix würde die Elektrifizierung unterstützen und zusätzliche Nachfrage, etwa durch Industrie und KI-Anwendungen, besser abdecken.
Geschichte
Die vorliegenden historischen Daten zeigen bei der Wasserkraft überwiegend stabile Phasen mit einzelnen Wachstumsschritten. Von 2001 bis 2008 wurden keine Veränderungen gegenüber dem jeweiligen Vorjahr ausgewiesen. 2009 und 2011 stieg die Erzeugung jeweils um rund 0,1 TWh, also etwa 100 Millionen kWh; 2010 blieb sie unverändert. Auch für die aufgeführten Jahre von 2013 bis 2020 sowie für 2022 ist jeweils eine Veränderung von 0 TWh angegeben. Die Entwicklung war damit von zwei deutlichen Ausbauimpulsen und langen Phasen ohne ausgewiesenen Zuwachs geprägt. Für die nächste Elektrifizierungsphase wären weitere Wachstumsschritte bei sauberem Strom besonders willkommen.















