Von September 2025 bis August 2026 wurde Belgiens Stromverbrauch zu mehr als der Hälfte durch kohlenstoffarmen Strom gedeckt: Sein Anteil lag bei rund 53 %. Dazu trugen Wind mit rund 18 %, Solar mit knapp 15 %, Kernenergie mit rund 14 %, Biokraftstoffe mit knapp 4 % und Wasserkraft mit knapp 2 % bei. Fossile Brennstoffe deckten dagegen knapp ein Viertel des Stromverbrauchs, hauptsächlich Gas mit rund 20 % sowie Kohle mit gut 2 %. Netto-Importe machten weitere rund 23 % aus; deren Zusammensetzung lässt sich aus diesen Daten nicht bestimmen. Damit liefern saubere Stromquellen bereits den größten Anteil, während fossile Stromerzeugung weiterhin zu Klimawandel und Luftverschmutzung beiträgt.
Wächst der Strom in Belgien?
Gemessen an den bisherigen Höchstständen wächst der Stromverbrauch pro Person in Belgien derzeit nicht: Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 6.500 kWh pro Person, gegenüber knapp 9.100 kWh im Rekordjahr 2006. Das entspricht einem Rückgang um etwa 2.600 kWh beziehungsweise 28 %. Noch deutlicher ist der Abstand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie beträgt aktuell rund 3.450 kWh pro Person, verglichen mit rund 6.100 kWh im Rekordjahr 2021 – etwa 2.650 kWh oder 43 % weniger. Diese Vergleiche belegen zwar keinen durchgehenden jährlichen Rückgang, zeigen aber einen besorgniserregenden Abstand zu früheren Leistungen. Für die Elektrifizierung und den wachsenden Strombedarf durch KI braucht Belgien wieder mehr saubere Stromerzeugung.
Vorschläge
Belgien sollte dafür seine bereits bedeutenden Säulen Kernenergie, Wind und Solar gezielt ausbauen. Bei der Kernenergie bieten das benachbarte Frankreich und die Slowakei Orientierung: Dort stammen rund zwei Drittel der Stromerzeugung aus Kernenergie. Belgien kann von diesen Regionen lernen, wie sich eine starke kernenergiebasierte Stromversorgung erhalten und erweitern lässt. Beim Wind sind Dänemark mit rund 57 % sowie Deutschland und das Vereinigte Königreich mit jeweils etwa einem Drittel besonders relevante europäische Vorbilder. Solar sollte ebenfalls deutlich wachsen; der US-Bundesstaat Kalifornien erreicht damit rund 31 % seiner Stromerzeugung. Auch bei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen können Erfahrungen mit breitem Solarausbau und dessen Einbindung ins Stromnetz nützlich sein. Ein gemeinsamer Ausbau dieser drei kohlenstoffarmen Technologien würde Belgiens saubere Stromversorgung stärken.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Belgiens kohlenstoffarme Stromerzeugung vor allem durch den Ausbau der Kernenergie geprägt. In den Jahren 1975 und 1976 stieg deren Erzeugung zusammen um knapp 10 TWh; von 1983 bis 1986 kamen weitere knapp 24 TWh hinzu. Auch 1997 gab es einen kräftigen Zuwachs von rund 4 TWh. Seit den 2010er-Jahren zeigt sich dagegen ein enttäuschendes Muster großer Einbrüche und anschließender Erholungen: 2012, 2014 und 2015 sank die Kernstromerzeugung jeweils um rund 8 bis 9 TWh, bevor sie 2016 um gut 17 TWh zunahm. Auf einen Rückgang von knapp 14 TWh im Jahr 2018 folgte 2019 ein Plus von rund 15 TWh; 2020 und 2021 wiederholte sich dieses Muster mit etwa −11 und +15 TWh. Besonders kritisch sind die erneuten Rückgänge 2022 und 2023 um zusammen knapp 17 TWh sowie 2025 und 2026 um zusammen rund 19 TWh. Der Windzuwachs von gut 3 TWh im Jahr 2023 war erfreulich, konnte den damaligen Kernstromverlust aber nicht ausgleichen. Solche erheblichen Verluste sauberer Stromerzeugung sind ein schwerer Rückschritt und unterstreichen die Dringlichkeit, Kernenergie zu stärken und Wind sowie Solar zusätzlich auszubauen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













