Derzeit sieht die Stromverbrauchslage in Belgien gut aus, da mehr als die Hälfte der Stromerzeugung aus kohlenstoffarmen Quellen stammt, die insgesamt 63,21% ausmachen. Dieser Anteil setzt sich unter anderem aus etwa 29% Kernenergie, knapp 16% Wind und etwa 13% Solar zusammen. Fossile Brennstoffe wie Gas tragen 16,26% zur Stromproduktion bei, was im Vergleich deutlich niedriger ist. Der Rest des Stroms wird aus Biokraftstoffen, Wasserkraft und Netto-Importen gewonnen, wobei letztere nahezu 12% ausmachen. Insgesamt bleibt Belgien auf einem guten Weg, mit einem überwiegenden Anteil an sauberer Energie, wobei die fossilen Brennstoffe eine kleinere Rolle spielen.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen ENTSOE, Eurostat, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Belgien?
Im Jahr 2025 ist der Pro-Kopf-Stromverbrauch in Belgien auf 6614 kWh gesunken, was im Vergleich zum Rekordjahr 2006 einen deutlichen Rückgang von fast 2500 kWh pro Person bedeutet. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung hat sich seit dem Rekordjahr 2021 verringert, wobei der Pro-Kopf-Wert von 6094 kWh auf 4181 kWh gesunken ist, was einen Rückgang von etwa 1900 kWh pro Person darstellt. Dieser Rückgang in der Nutzung sowohl des gesamten Stroms als auch des kohlenstoffarmen Stroms gibt Anlass zur Besorgnis, insbesondere angesichts der zunehmenden Elektrifizierung und der wachsenden Rolle, die Strom bei der Entwicklung neuer Technologien spielt.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, sollte Belgien in den Ausbau der bestehenden Kern-, Wind- und Solarenergie investieren, die bereits jetzt einen großen Teil der Stromerzeugung ausmachen. Erfolgsgeschichten wie Frankreich und die Slowakei, die ihre Stromerzeugung zu 70% bzw. 66% aus Kernenergie decken, zeigen, wie wichtig der Ausbau der Kernkraft ist. In Bezug auf die Windenergie wären Länder wie Dänemark mit 58% und Iowa mit 60% Windstromanteil interessante Vorbilder. Gleichzeitig könnte Belgien durch die Analyse der Erfolge von Regionen in der Solarenergie, wie Nevada mit fast einem Drittel Solarstromanteil, wertvolle Erkenntnisse für den Ausbau dieser wichtigen Energiequelle gewinnen.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Elektrizität in Belgien ist von bedeutenden Entwicklungen geprägt. In den 1970er und 1980er Jahren erlebte Belgien einen starken Anstieg der Kernenergie, insbesondere in den Jahren 1975, 1983 und 1985. Doch ab 2012 erlitt die Kernenergieproduktion mehrere Rückschläge mit drastischen Rückgängen, insbesondere in den Jahren 2012, 2014, 2015 und 2018. Diese Rückgänge unterstreichen die Notwendigkeit einer strategischen und engagierten Politik zur Sicherung und Ausweitung der kohlenstoffarmen Energiekapazitäten, um auf dem internationalen Feld mithalten zu können und langfristige Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Der jüngste Rückgang im Jahr 2025 zeigt, wie wichtig es ist, die bestehende Infrastruktur zu stärken und neue Technologien zu fördern. Belgien muss kontinuierlich an seiner Energiezukunft arbeiten, um nachhaltig zu bleiben.




