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Elektrizität in Belgien im Jahr 2025/2026

Letzte 12 Monate Okt. 2025 – Sept. 2026
Kohlenstoffarmer Elektrizität
3.285 kWh/person -2.809
Gesamtelektrizität
6.778 kWh/person -2.301
Kohlenstoffarmer Elektrizität
48 % -26
Kohlenstoffintensität
259 gCO2eq/kWh +107

Von Oktober 2025 bis September 2026 stammte in Belgien knapp die Hälfte des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Wind lieferte rund 17 %, Solar 14 % und Kernenergie 12 %; hinzu kamen Biokraftstoffe mit knapp 4 % und Wasserkraft mit knapp 2 %. Fossile Brennstoffe deckten dagegen fast ein Viertel des Stromverbrauchs, überwiegend Gas mit rund 20 % sowie Kohle mit gut 2 %. Netto-Importe machten weitere rund 27 % aus. Da deren Erzeugungsmix hier nicht angegeben ist, lassen sie sich nicht eindeutig den kohlenstoffarmen oder fossilen Quellen zuordnen.

Wächst der Strom in Belgien?

Gemessen am Stromverbrauch pro Kopf liegt Belgien deutlich unter seinem historischen Höchststand; ein aktueller Wachstumstrend lässt sich aus diesen Vergleichswerten allein allerdings nicht ableiten. Der jüngste Wert für 2026 beträgt rund 6.800 kWh je Person, gegenüber rund 9.100 kWh im Rekordjahr 2006. Das entspricht einem Rückgang um etwa 2.300 kWh beziehungsweise ein Viertel. Noch deutlicher ist der Abstand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Mit rund 3.300 kWh pro Kopf liegt sie etwa 2.800 kWh oder 46 % unter dem Rekord von 2021. Dieser erhebliche Verlust sauberer Stromerzeugung ist besorgniserregend, gerade weil Elektrifizierung und wachsende KI-Anwendungen künftig mehr Strom benötigen.

Vorschläge

Belgien sollte seine bereits etablierten kohlenstoffarmen Technologien Kernenergie, Wind und Solar gezielt ausbauen. Beim Ausbau der Kernenergie bietet insbesondere das benachbarte Frankreich Orientierung, wo diese rund 67 % der Stromerzeugung liefert; auch die Slowakei erreicht etwa zwei Drittel. Für Wind sind Dänemark mit knapp 60 % sowie die Nachbarregionen Deutschland und das Vereinigte Königreich mit jeweils rund 30 % wichtige Vergleichsbeispiele. Beim Solarstrom können die Erfahrungen der US-Staaten Nevada und Kalifornien mit Anteilen von rund 35 % beziehungsweise 31 % Anregungen liefern, wobei die unterschiedlichen Standortbedingungen berücksichtigt werden müssen. Ein gemeinsamer Ausbau dieser sauberen Stromquellen würde die heimische Versorgung stärken und helfen, fossile Stromerzeugung samt Klimabelastung und Luftverschmutzung zurückzudrängen.

Gesamtproduktion der elektrischen Energie
Erneuerbare und Kernenergie

* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.

Geschichte

Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Belgiens ist in den vorliegenden Daten vor allem durch die Kernenergie geprägt. Bereits 1975 und 1976 stieg ihre Jahreserzeugung zusammen um knapp 10 TWh; von 1983 bis 1986 kamen weitere knapp 24 TWh hinzu. Auch 1997 gab es einen Zuwachs von gut 4 TWh. Seit den 2010er-Jahren zeigt sich dagegen ein enttäuschendes Muster erheblicher Einbrüche und zwischenzeitlicher Erholungen: 2012, 2014 und 2015 sank die Erzeugung zusammen um gut 24 TWh, bevor sie 2016 um rund 17 TWh zunahm. Auf den Rückgang von knapp 14 TWh im Jahr 2018 folgte 2019 ein Plus von rund 15 TWh; 2020 und 2021 wiederholte sich dieses Wechselspiel mit etwa −11 und +15 TWh. Besonders kritisch ist die erneute Serie deutlicher Verluste: 2022 und 2023 zusammen knapp 17 TWh, 2025 weitere 7 TWh und 2026 rund 13 TWh. Der Windzuwachs von rund 3 TWh im Jahr 2023 war erfreulich, konnte den Kernenergierückgang desselben Jahres aber bei Weitem nicht ausgleichen. Solche Verluste sauberer Stromerzeugung sind ein schwerer Rückschritt und unterstreichen die Dringlichkeit eines verlässlichen Ausbaukurses.

* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.

Stromimporte und -exporte

Handelsbilanz

* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.

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