In den letzten zwölf Monaten, von Juni 2025 bis Mai 2026, zeigte sich in Belgien eine interessante Verteilung der Stromerzeugung. Über die Hälfte des Stroms stammte aus kohlenstoffarmen Quellen, wobei rund 20 % von diesen aus Kernenergie kamen, weitere 18 % durch Wind erzeugt wurden und fast 14 % durch Solarenergie beigetragen wurde. Bioenergie und Wasserkraft spielten eine geringe Rolle, mit Anteilen von rund 4 % bzw. 1 %. Fossile Brennstoffe machten knapp 22 % des Strommixes aus, wobei Gas den größten Anteil hatte. Netto-Importe deckten etwa 22 % des Strombedarfs und rundeten so das Gesamtbild der Stromerzeugung ab. Es wird deutlich, dass Belgien schon einen bedeutsamen Schritt hin zu einer sauberen Energiezukunft gemacht hat, aber auch noch Potenzial für mehr kohlenstoffarme Erzeugung besteht.
Wächst der Strom in Belgien?
Die aktuelle Gesamtelektrizitätsnutzung pro Kopf liegt bei 6732 kWh und ist damit weiter von ihrem historischen Höchststand von 9079 kWh pro Kopf im Jahr 2006 entfernt. Diese Entwicklung könnte als stagnierend betrachtet werden, da der Stromverbrauch pro Kopf um 2348 kWh zurückgegangen ist. Ferner wurde die niedrigste Erzeugung von kohlenstoffarmer Elektrizität mit 3786 kWh pro Kopf gegenüber dem vorherigen Höchstwert von 6094 kWh pro Kopf im Jahr 2021 erreicht, was einem Rückgang von 2308 kWh entspricht. Die Notwendigkeit, sich mehr auf den Ausbau kohlenstoffarmer Energien zu konzentrieren, wird so umso offensichtlicher, um den zukünftigen Elektrobedarf zu decken und gleichzeitig den Umweltanforderungen gerecht zu werden.
Vorschläge
Um den Anteil der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Belgien zu erhöhen, sollte das Land den Ausbau bestehender Technologien wie Kernenergie, Wind und Solar vorantreiben, da diese bereits einen großen Beitrag liefern. Belgien kann von Ländern wie Frankreich und der Slowakei lernen, die einen hohen Anteil an Kernenergie – 67 % bzw. 65 % – in ihrem Strommix haben. Darüber hinaus könnten die erfolgreichen Praktiken von Dänemark, wo 60 % des Strombedarfs durch Wind gedeckt werden, auf Belgien übertragen werden. Ebenso können Staaten wie Nevada und Kalifornien, die jeweils 34 % bzw. 31 % ihrer Elektrizität aus Solarenergie beziehen, als Vorbilder für eine effizientere Nutzung der Solarenergie dienen. Ein starkes Engagement für die Weiterentwicklung dieser Technologien könnte Belgien nicht nur helfen, den Umstieg auf saubere Energien zu beschleunigen, sondern auch die Energiekosten zu senken.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Belgien gab es interessante Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Kernenergie. In den 1970er und 1980er Jahren erlebte Belgien beeindruckende Zuwächse in der Kernenergieproduktion: 1975 stieg die Erzeugung um 6,6 TWh, und bis 1986 zeigte sich ein steter Anstieg. Allerdings gab es auch Phasen erheblicher Rückgänge, insbesondere ab 2012, als die Erzeugung um 7,9 TWh zurückging, gefolgt von weiteren Rückgängen in den Folgejahren. Diese Rückgänge verdeutlichen die Notwendigkeit, eine stabile und kontinuierliche Unterstützung der Kernenergie zu gewährleisten, um unvorhergesehene Schwankungen in der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zu vermeiden. In jüngster Zeit, im Jahr 2023, konnte die Windenergie um 3,1 TWh zulegen, was ein positives Beispiel für das Potenzial neuer Technologien im Energiemix darstellt. Belgien sollte zukünftig noch entschlossener auf die Entwicklung und den Ausbau kohlenstoffarmer Energien setzen, um Verlässlichkeit und Umweltfreundlichkeit der Stromversorgung zu sichern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.











