Im Jahr 2024 entfielen in Belarus mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs auf fossile Brennstoffe, genauer gesagt auf Gas mit fast 59%, was einen erheblichen Anteil darstellt. Kohlenstoffarme Energiequellen machten fast 40% der Stromversorgung aus, wobei die Kernenergie mit 36% den Hauptanteil dieser Gruppe stellt. Andere kohlenstoffarme Quellen, wie Biokraftstoffe, trugen mit leicht über 1% bei. Netto-Importe waren mit knapp 1,4% ein kaum nennenswerter Faktor im Elektrizitätsmix des Landes. Diese Übersicht zeigt, dass zwar ein Großteil noch auf fossile Energien angewiesen ist, jedoch ein beachtlicher Anteil bereits aus kohlenstoffarmen Quellen stammt.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Ember, Energy Institute und IEA. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Belarus?
Der Stromverbrauch pro Kopf in Belarus ist in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Mit 5092 kWh pro Person im Jahr 2024 übertrifft der Verbrauch deutlich das historische Hoch von 1991, das bei 4821 kWh lag, was eine Zunahme von 271 kWh bedeutet. Besonders erfreulich ist der Anstieg des kohlenstoffarmen Stromverbrauchs: Im Jahr 2024 erreichte dieser 1990 kWh pro Person, was eine Steigerung um 556 kWh im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass Belarus auf einem vielversprechenden Weg ist, seine Elektrizitätsversorgung zu erweitern und insbesondere den Anteil an sauberer Energie zu erhöhen.
Vorschläge
Für die Zukunft könnte Belarus seine kohlenstoffarme Stromerzeugung durch den Ausbau der Kernenergie und der Solarenergie weiter steigern. Erfolgreiche Beispiele wie Frankreich, das 70% seines Stroms aus Kernenergie gewinnt, liefern wertvolle Lehren. Ebenso könnten die Erfolgsmodelle von Ländern wie Dänemark und Irland, die einen signifikanten Anteil ihres Stroms aus Windenergie beziehen, genutzt werden. Der Ausbau von Kernenergieanlagen würde der Strategie entsprechen, die bereits erhebliche Mengen an elektrischem Strom aus dieser kohlenstoffarmen Energieform generiert. In Anbetracht der positiven Erfahrungen anderer Länder mit Wind- und Solarenergie könnte Belarus auch in diesen Bereichen zusätzliche Anstrengungen unternehmen.
Geschichte
Historisch betrachtet hat sich der Ausbau kohlenstoffarmer Energien in Belarus seit dem Jahr 2013 konstant, wenn auch in unterschiedlichem Tempo, fortgesetzt. Ein bemerkenswerter Anstieg der Kernenergieerzeugung fand im Jahr 2021 statt, als ein Wachstum von 5,4 TWh verzeichnet wurde, gefolgt von einem weiteren starken Anstieg um 7,1 TWh im Jahr 2023 und 4,8 TWh im Jahr 2024. Trotz eines Rückgangs im Jahr 2022 um 1,1 TWh bleibt Kernenergie weiterhin eine wesentliche Säule im Energiemix von Belarus. Kleinere Zuwächse in Bereichen wie Wasserkraft und Biokraftstoffe sowie ein leichter Anstieg bei der Windenergie im Jahr 2019 runden das Bild eines Landes ab, das sich ernsthaft um eine kohlenstoffarme Zukunft bemüht. Dieses Engagement sollte aufrechterhalten und weiter ausgebaut werden, um künftigen Herausforderungen zu begegnen.




