Von April 2025 bis März 2026 stammten in Belarus rund 57 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen und knapp 43 % aus kohlenstoffarmen Quellen. Gas allein deckte mit etwa 47 % fast die Hälfte des Stromverbrauchs. Die Kernenergie war mit rund 38 % die mit Abstand wichtigste saubere Stromquelle. Wasserkraft lieferte knapp 3 %, Wind gut 1 %. Damit besitzt Belarus bereits eine bedeutende kohlenstoffarme Stromversorgung, bleibt jedoch überwiegend von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Nutzung zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beiträgt.
Wächst der Strom in Belarus?
Die neuesten Zahlen zeigen noch keinen neuen Wachstumshöchststand beim Stromverbrauch pro Kopf. Der für 2026 ausgewiesene Wert beträgt rund 4.950 kWh je Person und liegt damit etwa 140 kWh beziehungsweise knapp 3 % unter dem bisherigen Rekord von rund 5.090 kWh im Jahr 2024. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung bleibt mit rund 2.125 kWh je Person etwa 45 kWh beziehungsweise 2 % unter ihrem Rekord von 2025. Diese Abstände sind bedauerlich: Für die Elektrifizierung von Verkehr, Wärme und Industrie sowie zusätzliche digitale Anwendungen braucht Belarus wieder mehr sauberen Strom. Aus dem Vergleich mit Rekordwerten allein lässt sich allerdings kein durchgängiger jährlicher Rückgang ableiten.
Vorschläge
Belarus sollte seine bestehende Kernenergie ausbauen und zugleich Solar- und Windstrom deutlich stärker erschließen. Als Vorbilder für einen hohen Kernenergieanteil eignen sich besonders die Slowakei und Frankreich, wo diese Technologie rund zwei Drittel der Stromerzeugung liefert. Auch die Ukraine zeigt mit etwa 55 %, welchen großen Beitrag Kernenergie in der Region leisten kann. Bei Wind ist das benachbarte Litauen mit rund 41 % besonders relevant. Für Solarstrom bieten Lettland mit etwa 21 % und Polen mit rund 13 % geografisch naheliegende Orientierungspunkte; Ungarn erreicht sogar etwa 23 %. Diese Beispiele zeigen, dass Belarus seine starke nukleare Grundlage durch einen entschlossenen Ausbau von Solar- und Windanlagen ergänzen kann.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch waren die Zuwächse kohlenstoffarmer Stromerzeugung zunächst klein: Zwischen 2013 und 2019 kamen bei Wasserkraft, Solarstrom und Wind überwiegend einzelne Zehntel Terawattstunden hinzu. Biokraftstoffe trugen 2019 und 2020 ebenfalls zusätzliche kohlenstoffarme Erzeugung bei. Der entscheidende Wachstumsschub folgte ab 2021 durch die Kernenergie: Sie steigerte ihre Erzeugung 2021 um 5,4 TWh, 2023 um 7,1 TWh und 2024 um weitere 4,8 TWh. Im Jahr 2025 kamen nochmals 0,4 TWh Kernstrom hinzu; gleichzeitig wuchsen Wasserkraft um 0,9 TWh und Windstrom um 0,4 TWh. Die jüngsten Gesamtzahlen unterstreichen, wie wichtig es ist, an diese großen Ausbaufortschritte anzuknüpfen und die kohlenstoffarme Stromerzeugung wieder auf einen klaren Wachstumspfad zu bringen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













