Derzeit liegt in Vietnam der Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen bei etwas mehr als der Hälfte der gesamten Stromproduktion, wobei Kohle mit 48 % dominiert. Dem gegenüber steht die kohlenstoffarme Stromerzeugung, die fast die andere Hälfte ausmacht und Hauptanteil aus Wasserkraft besteht, nämlich 34 %. Solarenergie trägt etwa 8 % bei und Windkraft rund 4 %. Zusammen stellen diese kohlenstoffarmen Quellen fast die Hälfte des verfügbaren Stroms bereit und leisten einen Beitrag zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit zur Minderung des CO2-Ausstoßes.
Wächst der Strom in Vietnam?
Die aktuelle Stromnachfrage in Vietnam scheint jedoch zu stagnieren, denn der Pro-Kopf-Stromverbrauch ist im Jahr 2025 mit 2549 kWh pro Person niedriger als im Vorjahr, 2024, als ein Höchststand von 3047 kWh pro Person erreicht wurde. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang bei der kohlenstoffarmen Energieerzeugung, die von 1336 kWh pro Person im Jahr 2024 auf 1168 kWh pro Person im Jahr 2025 zurückgegangen ist. Dieser Rückgang deutet auf interne Herausforderungen in der Stromerzeugung hin, die möglicherweise durch ein erneutes Engagement zur Steigerung der kohlenstoffarmen Energiequellen überwunden werden können.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Vietnam zu erhöhen, kann das Land von anderen Ländern und Regionen lernen, die bemerkenswerte Erfolge bei der Nutzung grüner Energie verzeichnen. Die starke Nutzung der Windenergie in Dänemark (60 %) oder Iowa (57 %) zeigt, wie diese Technologie gut geeignet ist, fossile Energien zu ersetzen. Im Bereich der Kernenergie könnten Frankreich oder die Slowakei, die beide über 65 % ihrer Elektrizität aus dieser Quelle beziehen, als Beispiele herangezogen werden. Ebenso zeigt der Erfolg von Nevada und Kalifornien im Solarbereich mit rund 30 bis 34 %, dass Vietnam durch Investitionen in diese Technologien eine signifikante Steigerung der kohlenstoffarmen Erzeugung erreichen könnte.
Geschichte
In Vietnams früheren Jahrzehnten war die Wasserkraft ein Haupttreiber für den Anstieg der kohlenstoffarmen Stromerzeugung, besonders zu Beginn der 2000er Jahre und erneut in den 2010er Jahren, als bemerkenswerte Steigerungen erreicht wurden. Zwischen 2016 und 2022 verzeichnete das Land erhebliche Höhen und Tiefen bei der Wasserkraft, obwohl die Solarerzeugung in den Jahren 2021 und 2022 erheblich anstieg. Allerdings gab es in jüngster Zeit Rückgänge sowohl bei der Wasser- als auch der Sonnenkraft und es besteht dringender Handlungsbedarf, um diesen Trend umzukehren und die Erzeugung aus sauberen Quellen kontinuierlich auszubauen, um zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden und die globale Erwärmung zu bekämpfen.



