Im Jahr 2024 setzt sich der Stromverbrauch im Vereinigten Königreich aus einer bemerkenswerten Mischung aus kohlenstoffarmen und fossilen Quellen zusammen. Über die Hälfte des gesamten Stroms, genauer gesagt 59%, stammt aus kohlenstoffarmen Energien. Die bedeutendsten Beiträge innerhalb dieser Gruppe kommen von Windenergie, die mehr als ein Viertel ausmacht, und Kernenergie, die etwa 13% beiträgt. Auch Biokraftstoffe leisten einen Beitrag von rund 12%, während Solar- und Wasserkraft sich auf knapp 5% und 3% belaufen. Auf der anderen Seite stammt fast ein Drittel der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, wobei Gas der dominierende Energieträger ist. Netto-Importe von Elektrizität machen zusätzlich etwas mehr als 10% der Gesamterzeugung aus.
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Wächst der Strom in Vereinigtes Königreich?
Trotz dieser beeindruckenden kohlenstoffarmen Stromerzeugung, zeigt die Betrachtung des individuellen Stromverbrauchs eine rückläufige Entwicklung. Während der Stromverbrauch 2024 bei 4553 kWh pro Person liegt, erreichte er 2005 mit 6711 kWh pro Person seinen Höchststand. Dies entspricht einem Rückgang von über 2000 kWh pro Person. Besonders beunruhigend ist, dass die kohlenstoffarme Erzeugung mit 2704 kWh pro Person ebenfalls leicht unter ihrem Rekord von 2020 liegt. Diese Stagnation stellt eine erhebliche Herausforderung dar, besonders angesichts der wachsenden Bedeutung der Elektrifizierung zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Bewältigung der Anforderungen der Zukunft.
Vorschläge
Um den Anteil kohlenstoffarmer Energie im Vereinigten Königreich zu erhöhen, sollten bestehende Kapazitäten, insbesondere in der Kern- und Windenergie, weiter ausgebaut werden. Die beeindruckenden Erfolge von Ländern wie Frankreich oder der Slowakei, wo Kernenergie jeweils 70% bzw. 66% der Stromversorgung ausmacht, dienen als vorbildliches Beispiel. Auch die Windenergie erfährt in Regionen wie Dänemark, wo sie fast 60% beiträgt, eine beeindruckende Umsetzung. Neben Kern- und Windkraft sollte das Vereinigte Königreich auch von Ländern wie Kalifornien lernen, das fast ein Drittel seines Stroms aus Solarenergie bezieht. Dies könnte dem Vereinigten Königreich helfen, eine nachhaltigere und robustere Energiezukunft zu sichern.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung im Vereinigten Königreich war von bemerkenswerten Entwicklungen geprägt. In den 1980er Jahren gab es bedeutende Zuwächse in der Kernenergie, insbesondere 1984 und 1988. Die 2000er Jahre hingegen waren durch Rückgänge in der Kernenergieerzeugung gekennzeichnet, was auf eine besorgniserregende Vernachlässigung dieser Ressourcen hindeutet. Ab 2013 begann die Windenergie einen ansteigenden Pfad mit erheblichen Zuwächsen, besonders zwischen 2017 und 2022. Trotz gelegentlicher Rückschläge zeigt sich, dass die Förderung kohlenstoffarmer Energieträger wesentlicher Bestandteil der Energiepolitik bleiben sollte, um die Ziele der Energieunabhängigkeit und des Klimaschutzes zu erreichen.




