Derzeit wird in Venezuela die meiste Elektrizität aus kohlenstoffarmer Energie gewonnen, wobei erstaunliche 78% aus dieser Quelle stammen. Interessanterweise kommt fast die gesamte kohlenstoffarme Elektrizität aus der Wasserkraft, was bedeutet, dass andere kohlenstoffarme Technologien wie Solar und Wind fast keine Rolle spielen. Fossile Brennstoffe wie Gas machen etwas mehr als ein Fünftel der Stromerzeugung aus, genauer gesagt 14% kommen aus Gas. Diese Verteilung zeigt den starken Fokus auf Wasserkraft in Venezuela, während andere saubere Energiequellen bisher kaum genutzt werden.
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Wächst der Strom in Venezuela?
Obwohl der Großteil des Stroms in Venezuela sauber ist, ist der Pro-Kopf-Verbrauch in den letzten Jahren rückläufig. Im Jahr 2023 betrug der Stromverbrauch 2931 kWh pro Kopf, was einen deutlichen Rückgang gegenüber dem früheren Höchststand von 4252 kWh pro Kopf im Jahr 2008 darstellt. Auch bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist ein Rückgang zu verzeichnen: Aktuell werden 2297 kWh pro Kopf aus kohlenstoffarmen Quellen erzeugt, verglichen mit 3096 kWh pro Kopf im Jahr 2008. Diese Rückgänge sind besorgniserregend und deuten darauf hin, dass Venezuela Schritte unternehmen muss, um das Wachstum der sauberen Elektizität zu fördern.
Vorschläge
Um den Anteil kohlenstoffarmer Elektrizität zu erhöhen, könnte Venezuela von Ländern wie Frankreich und der Slowakei lernen, die einen hohen Anteil ihrer Elektrizität aus Kernenergie beziehen. Zudem könnte Venezuela das Potenzial der Solarenergie ausschöpfen, wie es in Staaten wie Nevada und Kalifornien erfolgreich getan wird. Auch die Nutzung von Windenergie, wie in Iowa und Dänemark, könnte eine sinnvolle Ergänzung für die venezolanische Energielandschaft darstellen. Der Ausbau dieser sauberen Energien würde nicht nur die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter verringern, sondern auch die Energieversorgung des Landes stärken.
Geschichte
Venezuelas Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung war stark von der Wasserkraft geprägt. In den 1980er Jahren wuchs die Stromerzeugung aus Wasserkraft kontinuierlich mit Zuwächsen von bis zu 7,6 TWh im Jahr 1991. Auch in den 2000er Jahren gab es signifikante Zuwächse, vor allem im Jahr 2004 mit einem Plus von 9,5 TWh. Allerdings waren auch Rückgänge zu verzeichnen, insbesondere in den letzten Jahren, wie 2014 mit einem Einbruch von 19,3 TWh. Glücklicherweise konnte Venezuela 2020 wieder einen Anstieg der Wasserkraftverstromung von 12,9 TWh verzeichnen, was Hoffnung für die Zukunft macht. Dennoch zeigt die Abhängigkeit von einer einzigen Energiequelle, dass eine Diversifizierung durch Solar- und Windenergie dringend nötig ist, um die Stromversorgung stabiler und nachhaltiger zu gestalten.