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Elektrizität in Ukraine im Jahr 2022

Kohlenstoffarmer Elektrizität
1.966 kWh/person -468
Gesamtelektrizität
2.767 kWh/person -2.979
Kohlenstoffarmer Elektrizität
71 % +1,7
Kohlenstoffintensität
230 gCO2eq/kWh -9,4

Im Jahr 2022 stammten rund 71 % des in der Ukraine verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Die Kernenergie lieferte mit etwa 55 % mehr als die Hälfte, gefolgt von Wasserkraft mit knapp 10 %, Solarstrom mit rund 5 % und Windstrom mit gut 1 %. Fossile Brennstoffe machten dagegen rund 28 % aus: etwa 23 % entfielen auf Kohle und 5 % auf Gas. Damit dominierte sauberer Strom deutlich, doch die weiterhin erhebliche Kohleverstromung verursachte klimaschädliche Emissionen und Luftverschmutzung.

Wächst der Strom in Ukraine?

Gemessen am Pro-Kopf-Verbrauch zeigt sich kein Wachstum, sondern ein deutlicher Rückstand gegenüber früheren Höchstständen. Der Stromverbrauch lag 2022 bei rund 2.770 kWh pro Person – fast 2.980 kWh beziehungsweise rund 52 % unter dem Rekord von 1988 mit etwa 5.750 kWh. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung blieb zurück: Sie erreichte rund 1.970 kWh pro Person, gegenüber dem bisherigen Höchstwert von etwa 2.430 kWh im Jahr 2021. Das entspricht einem Rückgang von rund 470 kWh oder 19 %. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, denn für die Elektrifizierung und neue Anwendungen wie KI wird künftig mehr sauberer Strom benötigt.

Vorschläge

Die Ukraine sollte ihre bereits starke Kernenergie ausbauen und zugleich Solar- und Windstrom deutlich steigern. Als besonders relevante europäische Vorbilder zeigen die Slowakei mit rund 66 % und Frankreich mit 67 % Kernenergieanteil, wie tragfähig eine stark auf Kernenergie gestützte saubere Stromversorgung sein kann. Beim Solarstrom bieten Ungarn mit 23 % und Bulgarien mit 19 % anschauliche Orientierung für einen wesentlich größeren Beitrag als die bisherigen knapp 5 % in der Ukraine. Für Windstrom sind Litauen mit 41 % und Polen mit 14 % relevante Vergleichsregionen. Langfristige Ausbauprogramme, verlässliche Investitionsbedingungen sowie leistungsfähigere Stromnetze und Speicher können helfen, diese Technologien gemeinsam voranzubringen und mehr kohlenstoffarmen Strom bereitzustellen.

Gesamtproduktion der elektrischen Energie
Erneuerbare und Kernenergie

Geschichte

Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in der Ukraine ist vor allem durch große Veränderungen bei der Kernenergie geprägt. Nach einem Rückgang um 10,6 TWh im Jahr 1986 folgten 1987 und 1988 kräftige Zuwächse von zusammen rund 29 TWh; auf einen erneuten Rückgang 1989 folgte 1990 ein Plus von knapp 10 TWh. In den 1990er-Jahren standen einem Kernenergierückgang von 6,4 TWh im Jahr 1994 ein Zuwachs von 9,1 TWh 1996 und ein Wasserkraftplus von 5,9 TWh 1998 gegenüber. In den 2000er-Jahren legte die Kernenergie 2000 und 2004 jeweils um gut 5 TWh zu, verlor 2009 jedoch knapp 7 TWh. Die 2010er-Jahre brachten wiederholt erfreuliche Erholungen, aber auch bedauerliche Einbrüche: Kernenergiegewinne 2010, 2014 und 2017 wechselten mit Verlusten von jeweils rund 7 TWh 2013 und 2016; die Wasserkraft sank 2014 zusätzlich um 5,2 TWh. Nach einem weiteren Kernenergierückgang von 6,8 TWh im Jahr 2020 und einer deutlichen Erholung um 10 TWh 2021 folgte 2022 der besonders gravierende Einbruch um 24,1 TWh. Dieser massive Verlust sauberer Stromerzeugung ist ein schwerer Rückschlag und unterstreicht, wie wichtig die Wiederherstellung und der Ausbau der kohlenstoffarmen Stromversorgung sind.

Stromimporte und -exporte

Handelsbilanz

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