Elektrizität in Tschad im Jahr 2022
Im Jahr 2022 lag der Stromverbrauch im Tschad bei nur rund 21 kWh pro Person. Das entspricht etwa 0,6 Prozent des weltweiten Durchschnitts von 3.794 kWh pro Person – weltweit wird pro Kopf also rund 180-mal so viel Strom verbraucht. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung betrug lediglich rund 1 kWh pro Person. Eine genaue Aufteilung des übrigen Stromaufkommens auf fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle sowie mögliche Netto-Importe liefern die Angaben nicht. Das äußerst niedrige Stromniveau kann den Betrieb von Krankenhäusern, Schulen, Wasserversorgung und Unternehmen stark einschränken. Mehr saubere Stromerzeugung ist deshalb eine wichtige Grundlage für bessere Lebensbedingungen und wirtschaftliche Entwicklung.
Wächst der Strom in Tschad?
Eine Zunahme des Stromverbrauchs pro Kopf ist zuletzt nicht erkennbar: Gegenüber dem bisherigen Höchststand von 24 kWh im Jahr 2021 sank er 2022 um 3 kWh auf 21 kWh – ein Rückgang um rund 13 Prozent. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung blieb mit rund 1 kWh pro Person lediglich auf dem bereits 2016 erreichten Rekordniveau. Das ist eine besorgniserregende Stagnation angesichts des großen zusätzlichen Strombedarfs. Ob die gesamte Strommenge des Landes ebenfalls zurückging, lässt sich aus diesen Pro-Kopf-Werten allein allerdings nicht ableiten.
Vorschläge
Für einen kräftigen Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung sollte Tschad besonders auf Solarenergie setzen: Solaranlagen für Städte, Dörfer, Schulen und Gesundheitszentren können zusammen mit Speichern und dem Netzausbau die Versorgung verbessern. Als Orientierung eignen sich sonnenreiche Regionen wie Pakistan mit 41 TWh Solarstrom und Südafrika mit 20 TWh. Ihre absoluten Erzeugungsmengen sind keine unmittelbaren Zielwerte für Tschad, zeigen aber die Möglichkeiten eines systematischen Ausbaus. Südafrika liefert mit außerdem 12 TWh Windstrom und 12 TWh Kernenergie Beispiele für mehrere saubere Stromquellen. Tschad sollte geeignete Windstandorte untersuchen und zugleich prüfen, wie Kernenergie langfristig durch internationale Zusammenarbeit, Fachkräfteaufbau und eine entsprechende Netzplanung zur Versorgung beitragen könnte. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate mit 32 TWh Kernenergie und 14 TWh Solarstrom zeigen, wie sich diese beiden kohlenstoffarmen Quellen ergänzen können. Ein solcher Ausbau kann zusätzlichen Strom bereitstellen, ohne die Klimabelastung und Luftverschmutzung fossiler Stromerzeugung zu verstärken.
Geschichte
Die historische Datenreihe zeigt vor allem ausbleibende Veränderungen: Für Biokraftstoffe ist von 2012 bis 2022 jedes Jahr eine Veränderung von 0 TWh gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. Für Wind gilt dasselbe im gesamten erfassten Zeitraum von 2016 bis 2022. Damit dokumentieren die angegebenen Werte weder einen erkennbaren Ausbau noch einen Rückgang dieser beiden kohlenstoffarmen Stromquellen. Eine jährliche Veränderung von null bedeutet allerdings nicht, dass überhaupt kein Strom erzeugt wurde; sehr kleine Veränderungen könnten zudem durch die Rundung verborgen bleiben. Insgesamt unterstreicht die Reihe, wie wichtig ein deutlicher Wachstumsschub insbesondere bei Solarstrom und längerfristig weiteren sauberen Stromquellen wäre.













