Der aktuelle Stand des Stromverbrauchs im Sudan zeigt eine deutliche Prävalenz kohlenstoffarmer Energiequellen. Mehr als zwei Drittel des produzierten Stroms stammt aus Wasserkraftanlagen, die fast die gesamte kohlenstoffarme Energieproduktion des Landes mit etwa 12 TWh ausmachen. Im Gegensatz dazu machen fossile Energiequellen, einschließlich Kohle und Gas, nur ca. ein Drittel mit 5 TWh aus. Mit insgesamt etwa 17 TWh entspricht die Stromerzeugung pro Person etwa 352 kWh, was weit unter dem globalen Durchschnitt von 3794 kWh/Person liegt. So niedrige Werte deuten darauf hin, dass viele Menschen im Sudan nur eingeschränkten Zugang zu Elektrizität haben, was die wirtschaftliche Entwicklung und die Lebensqualität beeinträchtigen kann.
Wächst der Strom in Sudan?
Obwohl die Bedeutung kohlenstoffarmer Energieträger im Sudan unbestreitbar ist, hat der Pro-Kopf-Verbrauch in den letzten Jahren einen Rückgang erlebt, was auf eine Stagnation oder sogar einen Rückgang der Stromerzeugung hindeutet. Der Rückgang betrug 35 kWh pro Person seit dem Rekordjahr 2021. Auch die kumulative kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf ist nicht gewachsen und hat seit dem letzten Höchststand im Jahr 2022 um 9 kWh abgenommen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend und weist darauf hin, dass es entscheidende Investitionen in die Infrastruktur bedarf, um die Stromerzeugung zu erhöhen und eine nachhaltige Energieversorgung sicherzustellen.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung im Sudan zu steigern, könnte das Land von den Erfahrungen erfolgreicher Regionen profitieren, insbesondere aus China und Indien, die große Fortschritte bei Solar- und Windkraft gemacht haben. China erzeugt beeindruckende Mengen an Wind- und Solarenergie, während Indien vor allem mit der Solarenergie erfolgreich war. Der Ausbau von Solarenergie könnte auch in Sudan vorangetrieben werden, da die geografischen Bedingungen günstig sind. Darüber hinaus wäre der Ausbau der Kernenergie eine nachhaltige Option, die hohe Mengen sauberen Stroms bereitstellen könnte, wie es in den USA und Frankreich erfolgreich umgesetzt wird.
Geschichte
Historisch gesehen hat die Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung im Sudan stark von der Wasserkraft profitiert. In den frühen 1980er Jahren wurden kleinere Fortschritte gemacht, und ab 2009 gab es deutliche Zuwächse, insbesondere in den Jahren 2009 und 2010 mit einem erheblichen Anstieg der Wasserkraftproduktion. In den darauffolgenden Jahren gab es jedoch auch Rückgänge, wie 2015 und 2016, was auf Herausforderungen in der Kontinuität und Zuverlässigkeit der Infrastruktur hinweist. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind gezielte Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau der Wasserkraftwerke sowie die Diversifizierung der Energiequellen durch Solar- und Kernenergie dringend erforderlich.











