Im Jahr 2022 stammten in Martinique fast drei Viertel des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen und gut ein Viertel aus kohlenstoffarmen Quellen. Biokraftstoffe lieferten rund 17 % des Stroms, Solarenergie etwa 6 % und Wind knapp 3 %. Damit dominierten fossile Brennstoffe weiterhin deutlich die Stromversorgung – verbunden mit Belastungen durch Klimawandel und Luftverschmutzung. Der Ausbau sauberer Stromerzeugung bietet deshalb großes Potenzial.
Wächst der Strom in Martinique?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst derzeit nicht über seinen bisherigen Höchststand hinaus: 2022 betrug er rund 4.260 kWh und lag damit etwa 46 kWh beziehungsweise 1 % unter dem Rekord von 2019. Positiv ist dagegen der neue Höchststand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreichte rund 1.120 kWh pro Person und übertraf den bisherigen Rekord von 2019 um etwa 32 kWh beziehungsweise 3 %. Dieser Fortschritt ist erfreulich, doch die stagnierende Stromversorgung insgesamt gibt Anlass zur Sorge. Für die weitere Elektrifizierung und zusätzliche Nachfrage, etwa durch KI-Anwendungen, braucht Martinique mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Martinique sollte insbesondere Solarenergie deutlich ausbauen. Als Inselregionen bieten der US-Bundesstaat Hawaii und Zypern relevante Beispiele: Beide erzeugen rund 23 % ihres Stroms aus Solarenergie, deutlich mehr als Martinique. Auch Wind kann stärker beitragen; die Inselregion Cabo Verde erreicht damit etwa 14 % ihrer Stromerzeugung. Ergänzend sollte Martinique Möglichkeiten für Kernenergie prüfen und dabei die französische Expertise nutzen: Frankreich erzeugt rund zwei Drittel seines Stroms aus Kernenergie. Diese Beispiele zeigen unterschiedliche Wege, um mit Solar, Wind und Kernenergie den kohlenstoffarmen Anteil zu erhöhen und zugleich die Stromversorgung auszubauen.
Geschichte
Die angegebenen historischen Daten zeigen zunächst wenig Veränderung: Zwischen 2007 und 2012 wurden für Geothermie und Solarenergie jeweils Änderungen von 0 TWh ausgewiesen. Die deutlichsten Zuwächse folgten 2018 und 2019 bei Biokraftstoffen, deren Stromerzeugung um 0,1 beziehungsweise 0,2 TWh stieg. Für Wind sowie 2019 auch für Solar wurden dagegen keine Veränderungen auf der angegebenen Genauigkeitsstufe verzeichnet. Von 2020 bis 2022 lagen sämtliche aufgeführten Änderungen ebenfalls bei 0 TWh, darunter bei Biokraftstoffen, Wind, Solar und Geothermie in den jeweils erfassten Jahren. Diese gerundeten Werte schließen kleinere Fortschritte nicht aus, zeigen aber keine größeren neuen Wachstumsschübe – ein klares Signal, den Ausbau insbesondere von Solarenergie stärker voranzutreiben.
















