Martiniques Stromverbrauch wurde 2022 noch überwiegend durch fossile Brennstoffe gedeckt: Ihr Anteil lag bei rund 74 %, also fast drei Vierteln. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen gut ein Viertel aus. Dazu trugen Biokraftstoffe mit knapp 17 %, Solar mit rund 6 % und Wind mit knapp 3 % bei. Damit bestand weiterhin großer Spielraum, fossile Stromerzeugung durch saubere Alternativen zu ersetzen und dadurch klimaschädliche Emissionen sowie Luftverschmutzung zu verringern.
Wächst der Strom in Martinique?
Ein eindeutiges Wachstum zeigt sich beim gesamten Stromverbrauch pro Kopf bislang nicht: Er lag 2022 bei rund 4.260 kWh und damit etwa 46 kWh beziehungsweise 1 % unter dem bisherigen Höchststand von 2019 mit rund 4.310 kWh. Erfreulich entwickelte sich hingegen die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf: Mit rund 1.120 kWh übertraf sie den bisherigen Rekord von 2019 um etwa 32 kWh beziehungsweise 3 %. Der leichte Rückstand beim Gesamtverbrauch gegenüber dem Rekord ist allerdings kein Beleg für einen durchgehenden Rückgang. Für die zunehmende Elektrifizierung und zusätzliche digitale Anwendungen sollte Martinique seine saubere Stromversorgung weiter ausbauen.
Vorschläge
Besonders naheliegend ist ein kräftiger Ausbau von Solar auf Dächern und geeigneten Freiflächen. Als Inselregionen bieten Zypern und der US-Bundesstaat Hawaii interessante Orientierung: Beide erzeugen rund 23 % ihres Stroms aus Solar, deutlich mehr als Martinique. Auch Wind sollte stärker beitragen; der Inselstaat Cabo Verde erreicht damit beispielsweise rund 14 % seiner Stromerzeugung. Ergänzend sollte Martinique die Eignung von Kernenergie prüfen und dabei Frankreichs Erfahrung nutzen: Dort liefert Kernenergie rund 67 % des Stroms. Diese Beispiele zeigen unterschiedliche Wege zu mehr kohlenstoffarmem Strom; konkrete Ausbauziele sollten sich an den örtlichen Bedingungen und dem künftigen Strombedarf orientieren.
Geschichte
Die vorliegenden historischen Angaben zeigen von 2007 bis 2012 bei Geothermie und Solar keine auf die angegebene Genauigkeit messbaren jährlichen Zuwächse. Die deutlichsten Fortschritte folgten 2018 und 2019: Die Stromerzeugung aus Biokraftstoffen stieg zunächst um 0,1 TWh und anschließend um weitere 0,2 TWh. Für Wind und Solar wurden in den jeweils aufgeführten Jahren dieses Zeitraums keine Veränderungen ausgewiesen. Auch von 2020 bis 2022 verzeichnen die vorhandenen Einträge für Biokraftstoffe, Wind, Solar und Geothermie jeweils Veränderungen von gerundet 0 TWh. Diese Werte schließen kleinere Zuwächse nicht aus, zeigen aber keinen weiteren großen Ausbauschub – ein Anlass, insbesondere Solar und weitere saubere Stromquellen entschlossener voranzubringen.














