Elektrizität in Malediven im Jahr 2023
Die Stromversorgung der Malediven war 2023 fast vollständig von fossilen Brennstoffen abhängig: Rund 93 % des verbrauchten Stroms stammten aus fossilen Quellen. Kohlenstoffarmer Strom machte lediglich rund 7 % aus und wurde ausschließlich durch Solarenergie bereitgestellt. Damit besteht großes Potenzial, den Anteil sauberer Stromerzeugung auszubauen und die mit fossilen Brennstoffen verbundenen Klimabelastungen und Luftverschmutzung zu verringern.
Wächst der Strom in Malediven?
Beim Stromverbrauch pro Kopf ist bislang kein neuer Höchststand erreicht worden. Im Jahr 2023 lag er bei rund 1.620 kWh und damit 54 kWh beziehungsweise etwa 3 % unter dem bisherigen Rekord von 1.670 kWh aus dem Jahr 2018. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf blieb mit 114 kWh auf dem Rekordniveau von 2022. Die vorliegenden Werte zeigen somit weder einen neuen Verbrauchsrekord noch Wachstum beim sauberen Strom gegenüber dessen bisherigem Höchststand; über die Entwicklung des gesamten Stromverbrauchs lässt sich daraus allein nichts ableiten. Diese Stagnation ist angesichts des künftig durch Elektrifizierung und KI-Anwendungen steigenden Strombedarfs besorgniserregend.
Vorschläge
Für mehr kohlenstoffarmen Strom sollten die Malediven insbesondere Solaranlagen auf Dächern, touristischen Einrichtungen und anderen geeigneten Flächen ausbauen. Als Inselregion ist der US-Bundesstaat Hawaii ein besonders relevanter Vergleich: Dort liefert Solarenergie rund 23 % des Stroms; auch Zypern erreicht etwa 23 %. Ergänzend könnten die Malediven geeignete Windstandorte prüfen und von Cabo Verde lernen, wo Wind rund 14 % der Stromerzeugung deckt. Auch Kernenergie sollte als langfristige Option geprüft werden, einschließlich internationaler Zusammenarbeit und geeigneter Versorgungskonzepte für Inselnetze. Frankreich erzeugt rund zwei Drittel seines Stroms mit Kernenergie, die Vereinigten Arabischen Emirate etwa ein Fünftel. Diese Beispiele zeigen, wie Solarenergie, Wind und Kernenergie eine stärker diversifizierte, saubere Stromversorgung ermöglichen können.
Geschichte
Die historische Datenreihe weist für Solarenergie von 2014 bis 2023 durchgehend eine jährliche Veränderung von 0 TWh aus. Sowohl in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre als auch in den frühen 2020er-Jahren ist damit auf der angegebenen Genauigkeitsstufe kein Zuwachs erkennbar. Das bedeutet nicht, dass kein Solarstrom erzeugt wurde: Sein Anteil lag 2023 immerhin bei rund 7 %. Kleinere Veränderungen könnten in den ausgewiesenen Werten nicht sichtbar sein. Insgesamt dokumentiert die Reihe jedoch keinen messbaren Ausbau auf dieser Skala – ein klarer Anlass, das Wachstum der kohlenstoffarmen Stromerzeugung deutlich zu beschleunigen.
















