Luxemburg deckte im Zeitraum von Oktober 2025 bis September 2026 rund 61 % seines Stromverbrauchs durch Netto-Importe. Kohlenstoffarmer Strom aus heimischer Erzeugung entsprach gut 37 % des Verbrauchs: Wasserkraft lieferte rund 15 %, Solar knapp 10 %, Wind knapp 9 % und Biokraftstoffe gut 4 %. Fossile Brennstoffe machten dagegen nur knapp 2 % aus. Damit ist die heimische Stromerzeugung überwiegend sauber. Die Zusammensetzung der Netto-Importe ist allerdings nicht angegeben, weshalb sich der kohlenstoffarme Anteil des gesamten verbrauchten Stroms daraus nicht bestimmen lässt.
Wächst der Strom in Luxemburg?
Gemessen am Stromverbrauch pro Kopf ist Luxemburg derzeit deutlich von seinem früheren Höchststand entfernt. Der jüngste Wert für 2026 beträgt rund 8.300 kWh pro Person, gegenüber etwa 17.000 kWh im Rekordjahr 2010. Das entspricht einem Rückgang um rund 8.700 kWh beziehungsweise gut der Hälfte. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung liegt mit rund 3.100 kWh pro Person ungefähr 750 kWh oder ein Fünftel unter ihrem Rekord von 2024. Diese Abstände sind besorgniserregend, denn Elektrifizierung und KI-Anwendungen benötigen künftig mehr sauberen Strom. Aus dem Vergleich mit früheren Rekorden allein lässt sich allerdings nicht erkennen, ob der Stromverbrauch zuletzt gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist; auch über die Entwicklung des absoluten Gesamtverbrauchs sagen Pro-Kopf-Werte allein nichts aus.
Vorschläge
Luxemburg sollte vor allem Solarstrom auf Dächern, Parkplätzen und geeigneten Freiflächen ausbauen und zusätzliche Windprojekte ermöglichen. Das benachbarte Deutschland zeigt mit rund 20 % Solarstrom und 31 % Windstrom an seiner Stromerzeugung, dass beide Quellen in der Region erhebliche Beiträge leisten können. Die Niederlande erreichen mit Wind etwa ein Viertel ihrer Stromerzeugung. Zugleich sollte Luxemburg den Aufbau eigener Kernenergiekapazitäten prüfen und sich an grenzüberschreitenden Kernenergieprojekten beteiligen. Frankreich liefert mit einem Kernenergieanteil von rund 67 % und die Slowakei mit rund 66 % wichtige Beispiele für eine starke kohlenstoffarme Stromversorgung. Ein gezielter Ausbau von Solar, Wind und Kernenergie, begleitet von stärkeren Stromnetzen und Speichern, könnte Luxemburgs saubere Stromerzeugung deutlich erhöhen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch wurde Luxemburgs kohlenstoffarme Stromerzeugung zunächst vor allem durch Veränderungen bei der Wasserkraft geprägt. Nach einem kräftigen Zuwachs von 0,8 TWh im Jahr 1990 folgten in den 1990er-Jahren wechselnde Rückgänge und Erholungen: jeweils 0,2 TWh zusätzliche Erzeugung 1994 und 1995, aber ein Minus von 0,3 TWh 1999. In den 2000er-Jahren waren die angegebenen Veränderungen mit jeweils etwa 0,1 TWh kleiner. Die 2010er-Jahre brachten erneut größere Ausschläge: Die Wasserkraft gewann 2010 rund 0,6 TWh und 2015 weitere 0,4 TWh hinzu, verlor jedoch 2011 etwa 0,3 TWh und 2019 etwa 0,4 TWh. Wind legte 2017 um 0,1 TWh und 2023 um 0,2 TWh zu. Bei Biokraftstoffen standen einem Zuwachs von 0,1 TWh im Jahr 2020 gleich hohe Verluste 2023 gegenüber. Erfreulich war der Solarzuwachs von 0,2 TWh im Jahr 2024; der Rückgang der Wasserkraft um 0,6 TWh im Jahr 2025 unterstreicht jedoch, wie dringend ein breiterer Ausbau sauberer Stromerzeugung ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.










