Von September 2025 bis August 2026 deckte Luxemburg seinen Stromverbrauch zu fast zwei Dritteln durch Netto-Importe. Die heimische kohlenstoffarme Stromerzeugung entsprach rund 36 % des Verbrauchs: Wasserkraft lieferte etwa 14 %, Solar und Wind jeweils knapp 9 % und Biokraftstoffe gut 4 %. Fossile Brennstoffe trugen dagegen nur knapp 2 % bei. Damit dominieren Importe die Stromversorgung, während die heimische Erzeugung überwiegend kohlenstoffarm ist. Welche Anteile des importierten Stroms kohlenstoffarm oder fossil sind, lässt sich aus diesen Angaben nicht bestimmen.
Wächst der Strom in Luxemburg?
Gemessen an den bisherigen Pro-Kopf-Rekorden wächst Luxemburgs Stromversorgung derzeit nicht: Der für 2026 angegebene Stromverbrauch liegt bei rund 8.350 kWh pro Person, gegenüber etwa 17.050 kWh im Rekordjahr 2010. Das sind rund 8.700 kWh beziehungsweise 51 % weniger. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung liegt mit etwa 2.985 kWh pro Person deutlich unter ihrem Rekord von rund 3.860 kWh im Jahr 2024 – ein Rückgang um etwa 880 kWh beziehungsweise 23 %. Diese Abstände zu den Höchstständen sind besorgniserregend, belegen allerdings allein noch keinen durchgehenden jährlichen Abwärtstrend. Für die Elektrifizierung und den zusätzlichen Strombedarf durch KI braucht Luxemburg mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Luxemburg sollte insbesondere Solar ausbauen und zugleich Möglichkeiten für Kernenergie prüfen, einschließlich gemeinsamer Projekte mit Nachbarländern. Naheliegende Vorbilder sind Deutschland und die Niederlande, wo Solar rund 20 % beziehungsweise 19 % der Stromerzeugung liefert. Mehr Anlagen auf Dächern, Gewerbeflächen und geeigneten Freiflächen könnten Luxemburgs Anteil deutlich erhöhen. Beim Wind zeigen Deutschland mit rund 31 % und Dänemark mit 57 %, welchen Beitrag diese saubere Stromquelle leisten kann. Für Kernenergie ist Frankreich besonders relevant: Dort stammen rund zwei Drittel der Stromerzeugung aus Kernenergie; auch die Slowakei erreicht einen ähnlichen Anteil. Luxemburg kann daraus lernen, Solar und Wind mit verlässlich verfügbarer kohlenstoffarmer Kernenergie zu verbinden und neben eigenen Vorhaben auch regionale Beteiligungen zu untersuchen. Mehr kohlenstoffarme Stromerzeugung unterstützt die Elektrifizierung und hilft, Klimawandel und Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe zu begrenzen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Luxemburgs ist stark von Schwankungen der Wasserkraft geprägt. Nach einem kräftigen Zuwachs von 0,8 TWh im Jahr 1990 folgten in den 1990er-Jahren mehrere Rückgänge und Erholungen: 1992 und 1993 sank die Erzeugung zusammen um 0,3 TWh, 1994 und 1995 stieg sie zusammen um 0,4 TWh, bevor sie 1999 erneut um 0,3 TWh zurückging. In den 2000er-Jahren waren die angegebenen Veränderungen kleiner. Größere Zuwächse gab es 2010 mit 0,6 TWh und 2015 mit 0,4 TWh, denen Rückgänge von 0,3 TWh im Jahr 2011 und 0,4 TWh im Jahr 2019 gegenüberstanden. Wind legte 2017 um 0,1 TWh und 2023 um 0,2 TWh zu; Solar gewann 2024 ebenfalls 0,2 TWh hinzu. Bei Biokraftstoffen standen einem Plus von 0,1 TWh im Jahr 2020 gleich große Verluste 2023 gegenüber. Besonders enttäuschend ist der Wasserkraftrückgang um 0,6 TWh im Jahr 2025: Er unterstreicht, wie wichtig ein breiterer Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













