In Luxemburg wird derzeit der Großteil des Stromverbrauchs durch Netto-Importe gedeckt, genauer gesagt etwas mehr als die Hälfte, nämlich 63%. Der verbleibende Teil besteht überwiegend aus kohlenstoffarmen Energiequellen, die insgesamt rund 36% ausmachen. Wasserkraft hat mit etwa 14% den größten Anteil daran, gefolgt von Solar- und Windenergie, die jeweils knapp 9% stellen. Biokraftstoffe tragen 4% bei, während fossile Brennstoffe fast keine Rolle mehr spielen und nur noch 2% des Stromverbrauchs ausmachen. Dieses Bild zeigt, dass Luxemburg auf einem guten Weg ist, kohlenstoffarme Energiequellen zu nutzen, jedoch noch stark von importiertem Strom abhängt, um seinen Bedarf zu decken. Der Betrachtungszeitraum reicht von September 2025 bis August 2026.
Wächst der Strom in Luxemburg?
Im Hinblick auf den Wachstumstrend des Stromverbrauchs zeigt Luxemburg eine besorgniserregende Entwicklung. Der derzeitige Stromverbrauch liegt bei 8.349 kWh pro Person, was einen drastischen Rückgang im Vergleich zu dem Höchstwert von 17.048 kWh pro Person im Jahr 2010 bedeutet. Diese Abnahme ist ein Zeichen dafür, dass das Stromwachstum ins Stocken geraten ist. Auch bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist ein Rückgang zu beobachten: Der aktuelle Stand liegt bei 2.985 kWh pro Person, während er 2024 noch 3.861 kWh pro Person betrug. Ein solcher Rückgang von 877 kWh pro Person in der grünen Stromerzeugung ist bedenklich und zeigt dringenden Handlungsbedarf, um den Fortschritt in der kohlenstoffarmen Energieproduktion nicht zu gefährden.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, könnte Luxemburg von erfolgreichen Regionen lernen, die auf Kern- und Solarenergie setzen. Frankreich und die Slowakei beziehen jeweils rund zwei Drittel ihres Stroms aus Kernenergie, was zeigt, dass Nuklearenergie ein starker Pfeiler kohlenstoffarmer Stromproduktion sein kann. Auch die USA, mit Bundesstaaten wie South Carolina, setzen auf einen hohen Anteil an Kernenergie. Darüber hinaus haben Länder wie Dänemark und Iowa hohe Anteile von über 50% bei der Stromerzeugung aus Windkraft. Angesichts dieser Erfolge wäre es für Luxemburg sinnvoll, in den Ausbau der Kern- und Solarenergie zu investieren und die Nutzung von Windenergie zu intensivieren, um den Anteil kohlenstoffarmer Energie signifikant zu erhöhen und damit langfristig unabhängiger von Stromimporten zu werden.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
In der Vergangenheit Luxemburgs gab es verschiedene Entwicklungen im Bereich kohlenstoffarmer Energien. In den 1990er Jahren wurden kleine, aber bemerkenswerte Fortschritte in der Wasserkraft erzielt, wie zum Beispiel ein Anstieg um 0,8 TWh im Jahr 1990. Obwohl es Anfang der 2000er Jahre einige Rückgänge gab, insbesondere im Jahr 1999 (-0,3 TWh), stieg die Wasserkraftnutzung im Jahr 2010 wieder um 0,6 TWh. In den letzten Jahren gab es im Jahr 2023 eine bemerkenswerte Zunahme von Windkraft um 0,2 TWh. Leider war 2025 ein Rückschlag für die Wasserkraft mit einem Rückgang um 0,6 TWh zu verzeichnen, was zeigt, dass der Übergang zu einer verlässlichen kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Luxemburg noch nicht abgeschlossen ist. Hier besteht weiterhin Bedarf an umfangreichen Investitionen und langfristigen Planungen, um nachhaltige Wachstumsraten bei der kohlenstoffarmen Stromproduktion zu erreichen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.








