In Island wird aktuell nahezu der gesamte Strom, nämlich beeindruckende 99,97%, aus kohlenstoffarmen Quellen bezogen. Der Hauptanteil dieser umweltfreundlichen Stromquelle stammt aus Wasserkraft, die mehr als zwei Drittel (72,24%) des Stroms liefert. Geothermie trägt fast ein Drittel (27,65%) zur Stromerzeugung bei, was zeigt, dass Island seine natürlichen Ressourcen effizient einsetzt, um nachhaltige Energie bereitzustellen. Trotz dieser beachtlichen Leistung steht Island vor der Herausforderung, die Elektrifizierung anderer Sektoren wie Transport, Heizung und Industrie voranzutreiben, was einen erheblichen Anstieg des Strombedarfs erfordert.
Wächst der Strom in Island?
Obwohl Island fast den gesamten Strombedarf aus sauberen Energiequellen deckt, sind die Zahlen für den aktuellen Stromverbrauch rückläufig. Im Jahr 2025 beträgt der Stromverbrauch 46.882 kWh pro Person, was deutlich unter dem Rekordwert im Jahr 2015 von 56.809 kWh pro Person liegt. Auch die Erzeugung kohlenstoffarmen Stroms pro Person hat abgenommen, mit einem Rückgang von 9.928 kWh, verglichen mit den Spitzenwerten von 2015. Diese Abnahme ist besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass erhöhtes Wachstum im Strombedarf notwendig ist, um zukünftige Anforderungen zu erfüllen.
Vorschläge
Um den kohlenstoffarmen Strom in Island zu erhöhen, könnten Investitionen in Solar- und Kernenergie eine attraktive Option sein. Obwohl Island bereits viel in Geothermie und Wasserkraft investiert hat, könnten diese Technologien aufgrund des Potenzials für große Mengen an sauberem Strom eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Besonders Solarenergie, die mit dem technischen Fortschritt immer kostengünstiger wird, könnte geografisch klug platziert werden, um die saisonalen Schwankungen der Sonneneinstrahlung zu nutzen. Zudem könnte der Ausbau von Kernkraftwerken eine verlässliche und kontinuierliche Stromversorgung gewährleisten, die unabhängig von Wetterbedingungen ist.
Geschichte
In den Jahrzehnten hat sich die Stromerzeugung Islands aus kohlenstoffarmen Quellen stetig entwickelt. In den 1970er Jahren begann der Ausbau der Wasserkraft mit bescheidenen Zuwächsen. In den späten 1990ern wurde der Fokus auf Geothermie erweitert, insbesondere im Jahr 1999, als sowohl Wasserkraft als auch Geothermie jeweils um 0,5 TWh zulegten. Einen signifikanten Ausbau gab es Mitte der 2000er Jahre, als die Erzeugung durch Geothermie und Wasserkraft erhebliche Zuwächse erfuhr. Einer der höchsten Zuwächse wurde 2008 mit einer Erhöhung der Wasserkrafterzeugung um ganze 4 TWh verzeichnet. Während das Wachstum in den letzten Jahren zeitweise Rückschritte erfuhr, wie die Rückgänge im Jahr 2020 und 2024 zeigen, bleibt es entscheidend, die Bemühungen auf die Erhöhung der Kapazitäten kohlenstoffarmer Energiequellen zu konzentrieren, um Islands Fortschritte in der nachhaltigen Stromerzeugung fortzusetzen.



