Island deckt bereits beeindruckende 99,96 % seines Stromverbrauchs mit kohlenstoffarmen Quellen – die Stromversorgung ist damit nahezu vollständig sauber. Im Zeitraum von August 2025 bis Juli 2026 entfielen rund 73 % auf Wasserkraft und gut 26 % auf Geothermie. Fossile Brennstoffe spielen mit einem Anteil von lediglich rund 0,04 % praktisch keine Rolle. Die nächste große Aufgabe ist deshalb, auch Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie stärker zu elektrifizieren. Dafür wird Island deutlich mehr sauberen Strom benötigen.
Wächst der Strom in Island?
Gemessen am Stromverbrauch pro Kopf liegt Island allerdings deutlich unter seinem bisherigen Höchststand. Der jüngste Wert für 2026 beträgt rund 46.100 kWh pro Person, gegenüber etwa 56.800 kWh im Rekordjahr 2015. Das entspricht einem Rückgang um rund 10.700 kWh oder knapp 19 %. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf liegt mit rund 46.100 kWh etwa 10.700 kWh unter ihrem Rekord von 2015. Diese Entwicklung ist angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI besorgniserregend. Der Vergleich zeigt jedoch den Abstand zum historischen Höchststand, nicht die Veränderung gegenüber dem unmittelbar vorhergehenden Jahr oder die Entwicklung des gesamten Stromverbrauchs.
Vorschläge
Um seine kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, kann Island seine starke Basis aus Wasserkraft und Geothermie durch Modernisierungen und zusätzliche Kapazitäten ausbauen. Ergänzend sollte das Land Solarenergie stärker erschließen, etwa auf geeigneten Dachflächen, und Kernenergie als weitere saubere Stromquelle für den langfristigen Bedarf prüfen. Ein Ausbau der Stromnetze und eine flexible Steuerung des Verbrauchs können helfen, zusätzliche Erzeugung wirksam zu nutzen. Entscheidend ist, nicht nur den nahezu vollständig kohlenstoffarmen Strommix zu bewahren, sondern auch die verfügbare saubere Strommenge deutlich zu erhöhen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Islands ist von mehreren kräftigen Ausbauphasen geprägt. Bereits 1973 legte die Wasserkraft um 0,5 TWh zu. Ende der 1990er-Jahre kamen zwischen 1997 und 1999 insgesamt 1,2 TWh Wasserkraft sowie 1999 weitere 0,5 TWh Geothermie hinzu. Besonders stark war der Ausbau von 2006 bis 2009: Die Geothermie wuchs insgesamt um 2,9 TWh, während die Wasserkraft 2007 und 2008 zusammen um 5,1 TWh zulegte – allein 2008 betrug ihr Zuwachs 4 TWh. In den 2010er-Jahren folgten weitere Fortschritte: zusammen 2 TWh zusätzliche Wasserkraft in den Jahren 2013, 2015 und 2017 sowie 1,3 TWh zusätzliche Geothermie 2012 und 2018. Zuletzt war die Entwicklung wechselhafter: Die Wasserkraft sank 2020 um 0,5 TWh, erholte sich 2021 um 0,8 TWh und fiel 2024 erneut um 0,6 TWh. Hinzu kam 2025 ein Rückgang der Geothermie um 0,5 TWh. Diese jüngsten Einbußen unterstreichen, wie wichtig neue Wachstumsimpulse für Islands saubere Stromversorgung sind.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













