Finnland deckt bereits rund 89 % seines Stromverbrauchs aus kohlenstoffarmen Quellen – ein großer Erfolg. Im Zwölfmonatszeitraum von Oktober 2025 bis September 2026 entfielen etwa 37 % auf Kernenergie, ein Viertel auf Wind, 14 % auf Wasserkraft, 11 % auf Biokraftstoffe und gut 1 % auf Solar. Fossile Brennstoffe lieferten dagegen nur rund 4 %, darunter jeweils etwa 1,5 % aus Gas und Kohle. Netto-Importe deckten knapp 7 %; ihre Zusammensetzung lässt sich aus diesen Angaben nicht bestimmen. Die nächste Herausforderung ist die Elektrifizierung von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie, die deutlich mehr sauberen Strom erfordern wird.
Wächst der Strom in Finnland?
Beim Stromverbrauch pro Kopf liegt Finnland noch deutlich unter seinem historischen Höchststand. Der aktuelle Wert für 2026 beträgt rund 15.700 kWh pro Person, gegenüber etwa 17.800 kWh im Rekordjahr 2006. Das sind rund 2.100 kWh oder 12 % weniger – angesichts des künftigen Elektrifizierungsbedarfs ein Anlass zur Sorge. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf erreicht hingegen einen neuen Rekord: Mit knapp 14.000 kWh liegt sie rund 480 kWh beziehungsweise 3,6 % über dem bisherigen Höchstwert von 2025. Sauberer Strom wächst somit, während der gesamte Pro-Kopf-Verbrauch seinen früheren Rekord noch nicht wieder erreicht hat. Ob der landesweite Stromverbrauch wächst, lässt sich ohne Angaben zur Bevölkerungsentwicklung und zum direkten Vorjahresvergleich nicht feststellen.
Vorschläge
Finnland sollte vor allem seine bereits starken Säulen Kernenergie und Wind weiter ausbauen. Zusätzliche Kernenergiekapazitäten und Leistungssteigerungen bestehender Anlagen können große Mengen zuverlässig verfügbaren, kohlenstoffarmen Stroms bereitstellen. Weitere Windparks können auf den jüngsten Wachstumserfolgen aufbauen. Ergänzend verdient auch Solar einen stärkeren Ausbau, um zusätzliche saubere Strommengen zu erschließen. Parallel sollten Stromnetze, Speicher und flexible Stromnutzung wachsen, damit die zusätzliche Erzeugung Verkehr, Heizung, Industrie und neue Anwendungen wie KI versorgen kann.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte zeigt mehrere große Ausbauphasen: 1981 stieg die Stromerzeugung aus Kernenergie um 7,4 TWh und aus Wasserkraft um 4 TWh. In den 1990er-Jahren kamen 1990 bei Biokraftstoffen 5,2 TWh hinzu; Wasserkraft verzeichnete 1991 und 1998 Zuwächse von 2,3 beziehungsweise 2,8 TWh. In den 2000er- und 2010er-Jahren schwankte die Wasserkrafterzeugung stark: Bedeutende Zuwächse gab es 2004 mit 5,5 TWh und 2012 mit 4,4 TWh, weitere 2007, 2008 und 2015. Rückgänge traten dagegen 2002, 2006, 2009 und 2013 auf. Im Jahr 2020 nahm Wasserkraft um 3,2 TWh zu, während Biokraftstoffe um 2,7 TWh zurückgingen. Besonders erfreulich ist die jüngste Ausbauphase: Wind legte 2022 um 3,6 TWh, 2023 um 2,9 TWh und 2024 um 5,4 TWh zu. Gleichzeitig brachte die Kernenergie 2023 einen kräftigen zusätzlichen Beitrag von 8,5 TWh – ein wichtiger Schritt zu einer noch umfangreicheren sauberen Stromversorgung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













