Elektrizität in Eritrea im Jahr 2023
Eritreas Stromverbrauch lag 2023 bei rund 127 kWh pro Person – nur etwa einem Dreißigstel des weltweiten Durchschnitts von 3.794 kWh pro Person. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung betrug rund 14 kWh pro Person, also rechnerisch etwa 11 % des Verbrauchs. Für den übrigen Anteil fehlen in den vorliegenden Angaben genaue Informationen zu fossilen Brennstoffen und möglichen Netto-Importen; eine vollständige Aufteilung ist deshalb nicht möglich. Eine so geringe Stromversorgung kann den Betrieb von Krankenhäusern und Schulen, die Wasserversorgung sowie die Entwicklung von Unternehmen erheblich einschränken. Mehr sauberer Strom ist entscheidend, um diese Versorgung zu verbessern und eine zunehmende Elektrifizierung zu ermöglichen.
Wächst der Strom in Eritrea?
Gegenüber seinen bisherigen Höchstständen wächst Eritreas Stromversorgung derzeit nicht: Der Verbrauch von 127 kWh pro Person liegt rund 29 kWh beziehungsweise knapp ein Fünftel unter dem Rekord von 2018 mit etwa 155 kWh. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung bleibt mit 14 kWh pro Person knapp unter ihrem Höchststand von 15 kWh aus dem Jahr 2019. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, weil Eritrea deutlich mehr Strom benötigt. Die Vergleiche mit den Rekordjahren zeigen allerdings nicht, ob der Verbrauch und die Erzeugung zuletzt gegenüber 2022 gestiegen oder gesunken sind.
Vorschläge
Eritrea sollte seine bestehende Solarstromerzeugung gezielt ausbauen: Sie liefert bereits einen wichtigen Beitrag zur kleinen kohlenstoffarmen Stromversorgung des Landes. Größere Solaranlagen, dezentrale Systeme und ein Ausbau der Stromnetze können zusätzliche Haushalte und Betriebe versorgen. Als klimatisch relevante Beispiele bieten sich Pakistan mit rund 41 TWh Solarstrom und die Vereinigten Arabischen Emirate mit rund 14 TWh an; Südafrika zeigt mit etwa 20 TWh Solarstrom und 12 TWh Windstrom ebenfalls Möglichkeiten für einen breiteren sauberen Strommix. Eritrea sollte geeignete Windstandorte prüfen und zugleich langfristig Möglichkeiten für Kernenergie und regionale Zusammenarbeit untersuchen. Die Vereinigten Arabischen Emirate erzeugen rund 32 TWh Kernstrom, Pakistan etwa 22 TWh – Beispiele dafür, wie Solar und Kernenergie gemeinsam eine kohlenstoffarme Stromversorgung stärken können. Diese Größenordnungen sind keine unmittelbaren Zielwerte für Eritrea, sondern Anregungen für Technologieausbau und Planung.
Geschichte
Die vorliegenden historischen Angaben zeigen von 1997 bis 2007 für Solar durchgehend jährliche Veränderungen von 0 TWh. Zwischen 2008 und 2010 gilt dies sowohl für Solar als auch für Wind; auch die aufgeführten Solarwerte von 2017 bis 2019 weisen jeweils 0 TWh Veränderung aus. Damit ist in diesen Daten kein deutlicher Ausbau erkennbar. Allerdings können auf ganze beziehungsweise grobe TWh-Werte gerundete Veränderungen kleinere Zuwächse verdecken: Die Angaben bedeuten weder zwingend völligen Stillstand noch fehlende Stromerzeugung. Für die nicht aufgeführten Jahre lassen sich keine Aussagen treffen. Angesichts der niedrigen Versorgung bleibt ein klarer, messbarer Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung dringend erforderlich.
















