Die Stromversorgung der Vereinigten Arabischen Emirate war 2023 noch überwiegend fossil geprägt: Rund 72 % des verbrauchten Stroms stammten aus fossilen Brennstoffen, ausschließlich aus Gas. Kohlenstoffarmer Strom erreichte dagegen bereits einen Anteil von rund 28 %, also mehr als einem Viertel. Dabei lieferte Kernenergie knapp 20 % des Stroms und Solarenergie gut 8 %. Diese sauberen Stromquellen bilden eine wichtige Grundlage, um die Abhängigkeit von Gas sowie die damit verbundenen klimaschädlichen Emissionen und die Luftverschmutzung zu verringern.
Wächst der Strom in Vereinigte Arabische Emirate?
Der Stromverbrauch pro Person wächst und erreichte 2023 einen neuen Höchststand von rund 15.500 kWh. Das waren etwa 260 kWh beziehungsweise knapp 2 % mehr als beim bisherigen Rekord von 2021. Besonders erfreulich ist der kräftige Ausbau der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie stieg auf rund 4.330 kWh pro Person und übertraf den bisherigen Höchstwert von 2022 um etwa 1.610 kWh, also fast 60 %. Damit wuchs die saubere Stromerzeugung pro Kopf wesentlich stärker als der gesamte Stromverbrauch gegenüber seinem bisherigen Rekord. Dieser Fortschritt schafft eine gute Grundlage, um zusätzlichen Strombedarf durch Elektrifizierung und KI zunehmend kohlenstoffarm zu decken.
Vorschläge
Für weiteres Wachstum sollten die Vereinigten Arabischen Emirate ihre bereits bedeutende Kernenergie ausbauen und zugleich den Ausbau der Solarenergie beschleunigen. Frankreich zeigt mit rund 67 % Kernenergie an der Stromerzeugung, welchen großen Beitrag diese saubere Stromquelle leisten kann. Für Solarenergie bieten besonders sonnenreiche Regionen Orientierung: Im US-Bundesstaat Nevada stammen rund 35 % des Stroms aus Solarenergie, im US-Bundesstaat Arizona rund 19 %. Auch Chile erreicht mit etwa 24 % einen deutlich höheren Solaranteil als die Emirate. Ergänzend sollte Windenergie an geeigneten Standorten ausgebaut werden; Marokko liefert mit einem Windanteil von rund 20 % ein relevantes Beispiel aus einer ebenfalls teils trockenen Region. Ein wachsendes Zusammenspiel aus Kernenergie, Solarenergie und standortgerechter Windenergie könnte deutlich mehr sauberen Strom bereitstellen.
Geschichte
Die Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung begann zunächst langsam: Zwischen 2009 und 2011 verzeichnete Solarenergie keine Zuwächse, während 2013 und 2014 kleine Steigerungen von 0,1 beziehungsweise 0,2 TWh folgten. Nach einem weiteren Jahr ohne Zuwachs 2016 beschleunigte sich der Solarausbau: Die jährlichen Mehrmengen stiegen von 0,4 TWh im Jahr 2017 auf 2,4 TWh im Jahr 2019. Ab 2020 kam ein kräftiger Aufschwung der Kernenergie hinzu. Ihre jährlichen Zuwächse erhöhten sich von 1,6 TWh im Jahr 2020 über 8,9 und 9,6 TWh auf beeindruckende 12,2 TWh im Jahr 2023. Solarenergie legte zwischen 2020 und 2022 jährlich um etwa 1 bis 1,5 TWh zu und erzielte 2023 mit zusätzlichen 6 TWh einen besonders großen Sprung. Windenergie steuerte 2023 einen Zuwachs von 0,1 TWh bei; bei Biokraftstoffen gab es 2022 und 2023 keine Veränderung. Vor allem der gemeinsame Ausbau von Kernenergie und Solarenergie hat den jüngsten Fortschritt somit entscheidend getragen.














