Von Oktober 2025 bis September 2026 stammten in Litauen knapp 64 % des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Wind lieferte mit rund 41 % den größten Beitrag, gefolgt von Solar mit knapp 9 %, Wasserkraft mit etwa 7 % und Biokraftstoffen mit ebenfalls rund 7 %. Fossile Brennstoffe deckten gut 8 % des Stromverbrauchs, darunter Gas mit knapp 6 %. Netto-Importe entsprachen rund 26 % des Verbrauchs; ihre Zusammensetzung nach Stromquellen geht aus den Angaben nicht hervor. Damit überwiegt kohlenstoffarmer Strom deutlich, während Importe weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Wächst der Strom in Litauen?
Ob der Stromverbrauch in Litauen zuletzt gewachsen ist, lässt sich ohne einen direkten Vorjahresvergleich nicht feststellen. Gegenüber den historischen Höchstständen besteht jedoch ein erheblicher Rückstand: Der für 2026 angegebene Stromverbrauch von rund 4.300 kWh pro Person liegt etwa 3.600 kWh beziehungsweise 46 % unter dem Rekord von 1991 mit rund 7.900 kWh. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung bleibt mit rund 2.750 kWh pro Person deutlich unter ihrem Höchststand von rund 4.800 kWh im Jahr 2003 – ein Rückgang um etwa 2.070 kWh oder 43 %. Diese große Lücke ist besorgniserregend, denn Elektrifizierung und der wachsende Einsatz künstlicher Intelligenz erfordern mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Litauen sollte seine bereits starke Windstromerzeugung weiter ausbauen: Dänemark zeigt mit einem Windanteil von rund 59 %, dass noch deutlich höhere Beiträge möglich sind. Zugleich verdient Solar einen kräftigen Ausbau. Das benachbarte Lettland erreicht damit bereits rund 21 % seiner Stromerzeugung, Deutschland etwa 20 % – beides relevante Vergleichsregionen für Litauen. Ergänzend sollte Litauen den Neubau von Kernkraftwerken prüfen, um große Mengen verlässlich verfügbaren, kohlenstoffarmen Stroms bereitzustellen. Finnland mit rund 37 % Kernenergie und Schweden mit etwa 25 % bieten dafür besonders relevante nordische Beispiele. Ein Ausbau von Wind, Solar und Kernenergie könnte die heimische saubere Stromerzeugung stärken, fossile Stromerzeugung mit ihren Klima- und Luftschadstoffbelastungen verdrängen und zusätzlichen Strombedarf decken.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Litauens wurde lange von der Kernenergie geprägt. Ende der 1980er Jahre legte sie kräftig zu: 1988 und 1989 betrugen die jährlichen Zuwächse zusammen 7,4 TWh. Die 1990er Jahre waren dagegen von starken Schwankungen gekennzeichnet: Auf Rückgänge von insgesamt 9,4 TWh zwischen 1992 und 1994 folgte 1995 und 1996 eine Erholung um zusammen 6,2 TWh; weitere Gewinne und Verluste wechselten sich anschließend ab. Nach einem erneuten Rückgang 2000 stieg die Kernstromerzeugung von 2001 bis 2003 insgesamt um 7 TWh. Besonders bedauerlich waren die erheblichen Einbrüche 2005 und 2006 um zusammen 6,5 TWh: Solche Verluste großer Mengen kohlenstoffarmen Stroms sind ein gravierender Rückschritt für eine saubere Stromversorgung. Die Zuwächse 2007 und 2009 von 1,2 beziehungsweise 1 TWh waren erfreulich. In jüngerer Zeit setzt Wind positive Impulse: 2023 kamen 1 TWh und 2026 weitere 1,1 TWh gegenüber dem jeweiligen Vorjahr hinzu.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













