Der derzeitige Stand des Stromverbrauchs in Litauen im Jahr 2025 zeigt, dass mehr als die Hälfte der Elektrizität aus kohlenstoffarmen Quellen stammt. Windenergie macht den größten Anteil aus, und zwar knapp ein Drittel. Netto-Importe tragen ebenfalls einen bedeutenden Teil zum Mix bei, während Solarenergie knapp über ein Zehntel ausmacht. Ein geringerer Anteil, etwa sieben Prozent, kommt von Biokraftstoffen und sechs Prozent von Wasserkraftanlagen. Fossile Brennstoffe spielen hingegen eine untergeordnete Rolle und machen etwa elf Prozent des Energiemixes aus, wobei Gas die einzige fossile Energiequelle darstellt.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Energy Institute, ENTSOE, Eurostat und IEA. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Litauen?
Betrachtet man die Entwicklung des Stromverbrauchs in Litauen, ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Höchstwert im Jahr 1991 festzustellen. Aktuell liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 4416 kWh, was einen Rückgang um mehr als 3500 kWh im Vergleich zu 1991 bedeutet. Auch die Erzeugung von Strom aus kohlenstoffarmen Quellen hat sich vermindert; die neuesten Zahlen zeigen einen Pro-Kopf-Wert von 2488 kWh, was einen Rückgang von mehr als 2300 kWh im Vergleich zur Höchstleistung im Jahr 2003 impliziert. Diese Abnahme des Stromverbrauchs und insbesondere des Anteils an sauberer Energie ist besorgniserregend und verdeutlicht die Notwendigkeit, den Übergang zu kohlenstoffarmen Energien zu beschleunigen, insbesondere um den zukünftigen Energiebedarf zu decken.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Litauen zu steigern, wäre die Erweiterung bestehender Wind- und Solaranlagen von Vorteil, da diese Technologien bereits große Mengen Strom erzeugen. Darüber hinaus könnte Litauen von Regionen lernen, die erfolgreich ihre Kernenergieproduktion gesteigert haben. Frankreich, die Slowakei und die Ukraine sind hervorragende Beispiele für Länder, die einen bedeutenden Teil ihres Stroms aus Kernenergie gewinnen. Zudem zeigen US-Bundesstaaten wie Iowa im Bereich Windenergie und Kalifornien im Solarsektor, dass hier noch großes Potenzial für Wachstum vorhanden ist. Die Einführung und Erweiterung von Kernenergie in Kombination mit einem Ausbau der Solarenergie könnten Litauen helfen, seine kohlenstoffarme Stromerzeugung effizient zu erweitern.
Geschichte
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Litauen einst bedeutende Kapazitäten in der Kernenergie hatte. In den späten 1980er Jahren und den 1990er Jahren verzeichnete das Land mehrmals schwankende, teils positive Entwicklungen im Bereich der Kernenergie, bis es in den 2000er Jahren signifikant weniger wurde, insbesondere nach einem starken Rückgang ab 2005. Diese Rückgänge sind kritisch zu sehen, da sie die kohlenstoffarme Erzeugung stark beeinflussten. In den letzten Jahren gab es jedoch kleine Schritte nach vorn im Bereich Wind und Solar, zum Beispiel ein Wachstum von einem TWh bei der Windenergie 2023 und 1.5 TWh zusätzlichen Solargestrom im Jahr 2025. Litauen sollte aus diesen Erfahrungen lernen und gleichzeitig auf eine stabile, verlässliche Zukunft mit einem stärkeren Fokus auf kohlenstoffarm erzeugter Energie setzen, insbesondere durch den Ausbau von Wind-, Solar- und Kernenergie.