Derzeit bezieht Lettland deutlich mehr als die Hälfte seines Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen, was positiv ist. Die größte Quelle in dieser Kategorie ist die Wasserkraft, die etwa 41% der gesamten Stromerzeugung ausmacht. Der Anteil der fossilen Brennstoffe ist mit etwa 22% niedriger, wobei Gas in dieser Kategorie die Hauptrolle spielt. Auffällig ist der signifikante Anteil der Netto-Importe, die mit knapp einem Fünftel zur Stromversorgung beitragen. Solarenergie trägt knapp 10% bei, während der Anteil der Windkraft mit weniger als 3% relativ gering ist. Biokraftstoffe machen ebenfalls einen kleineren Teil der kohlenstoffarmen Energiequellen aus.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Energy Institute, ENTSOE, Eurostat und IEA. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Lettland?
Der Zustand des Stromverbrauchs in Lettland weist auf eine Stagnation hin. Der aktuelle Pro-Kopf-Verbrauch beträgt 3.861 kWh, was im Vergleich zum historischen Rekord von 2018 mit 3.960 kWh ein leichtes Minus darstellt. Noch besorgniserregender ist der Rückgang der kohlenstoffarmen Stromerzeugung pro Kopf, der von 2.812 kWh im Jahr 2017 auf 2.269 kWh fiel. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Lettland die Wachstumschancen im kohlenstoffarmen Energiesektor derzeit nicht ausreichend nutzt, was in Anbetracht der globalen Notwendigkeit zur Reduktion fossiler Brennstoffe und zur Senkung der CO2-Emissionen bedauerlich ist.
Vorschläge
Um die Erzeugung kohlenstoffarmen Stroms zu steigern, sollte Lettland insbesondere in den Ausbau von Solar- und Kernenergie investieren. Regionen wie Deutschland und das Vereinigte Königreich haben beeindruckende Fortschritte im Bereich der Windenergie erzielt, während Nevada und Kalifornien durch hohe Solarenergieanteile herausragen. Lettland sollte diese erfolgreichen Strategien studieren und gegebenenfalls anpassen. Der fortschreitende Ausbau der Kernenergie, wie er in Ländern wie Frankreich und der Slowakei zu beobachten ist, könnte ebenfalls als Vorbild dienen. Der Aufbau einer soliden Basis für saubere Energie wird entscheidend sein, um die zukünftigen Herausforderungen der Elektrifizierung und den Bedarf an grüner Energie zu bewältigen.
Geschichte
Ein Blick in die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Lettlands zeigt, dass die Wasserkraft seit den späten 1980er Jahren eine schwankende, aber bedeutende Rolle gespielt hat. Nach bemerkenswerten Zunahmen in den Jahren 1990 und 1998 gab es in den frühen 2000er Jahren einige Rückgänge. Seit 2012 war die Wasserkrafterzeugung relativ instabil, mit größeren Schwankungen, darunter ein markanter Anstieg im Jahr 2017 und ein entsprechender Rückgang im Folgejahr. Solche Schwankungen verdeutlichen die Notwendigkeit einer stabileren und breiter aufgestellten kohlenstoffarmen Energiebasis, um eine nachhaltige und zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten. Lettland sollte daher dringend die Investitionen in vielfältige kohlenstoffarme Technologien erhöhen.




