Von Oktober 2025 bis September 2026 wurden in Lettland rund 64 % des Stromverbrauchs durch kohlenstoffarme Stromerzeugung gedeckt – also fast zwei Drittel. Wasserkraft lieferte mit rund 34 % den größten Beitrag, gefolgt von Solarstrom mit knapp 21 %. Biokraftstoffe trugen etwa 5 % und Wind rund 4 % bei. Fossile Brennstoffe deckten gut 21 % des Stromverbrauchs, ausschließlich durch Gas. Hinzu kamen rund 14 % Netto-Importe, deren Zusammensetzung nach Stromquellen aus diesen Angaben nicht hervorgeht.
Wächst der Strom in Lettland?
Lettlands Stromverbrauch pro Kopf wächst über den bisherigen Höchststand hinaus: Der aktuelle Wert für 2026 liegt bei rund 4.080 kWh je Person und damit etwa 124 kWh beziehungsweise 3 % über dem bisherigen Rekord von 2018 mit 3.960 kWh. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung ist dagegen noch Aufholbedarf vorhanden. Sie erreicht aktuell rund 2.615 kWh je Person und liegt damit knapp 200 kWh beziehungsweise 7 % unter dem Rekord von 2017. Der neue Verbrauchsrekord ist erfreulich, doch die saubere Stromerzeugung sollte deutlich zulegen, um die Elektrifizierung und zusätzlichen Strombedarf, etwa durch KI, klimafreundlich zu unterstützen.
Vorschläge
Lettland sollte vor allem seine bereits bedeutende Solarstromerzeugung weiter ausbauen. Anregungen bieten Nordmazedonien mit 40 % Solarstrom sowie die US-Staaten Nevada und Kalifornien mit rund 35 % beziehungsweise 31 % ihrer Stromerzeugung aus Solarenergie. Für Windstrom sind die geografisch näheren Regionen besonders relevant: Litauen erzeugt rund 41 % seines Stroms aus Wind, Dänemark sogar 59 %. Auch Kernenergie sollte Lettland als zusätzliche kohlenstoffarme Stromquelle prüfen, einschließlich einer regionalen Zusammenarbeit. Finnland zeigt mit rund 37 % Kernenergie und 25 % Windstrom, wie beide Quellen zu einer starken sauberen Stromversorgung beitragen können; Schweden liefert mit jeweils etwa einem Viertel ebenfalls ein naheliegendes Vorbild. Mehr Solar-, Wind- und Kernenergie könnte fossile Stromerzeugung verdrängen und damit Klimabelastung und Luftverschmutzung verringern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Lettlands ist vor allem durch starke Schwankungen der Wasserkraft geprägt. Ende der 1980er-Jahre stand einem Zuwachs von 0,7 TWh im Jahr 1987 ein gleich großer Rückgang 1988 gegenüber. In den 1990er-Jahren wechselten deutliche Einbrüche und Erholungen: Nach Zuwächsen 1990 sowie 1997 und 1998 ging die Erzeugung unter anderem 1991, 1992, 1996 und 1999 stark zurück. In den 2000er-Jahren folgten ein Plus von 0,8 TWh im Jahr 2004 und ein Minus von 0,6 TWh 2006. Auch die 2010er-Jahre blieben wechselhaft: Auf mehrere Rückgänge und zwischenzeitliche Erholungen folgte 2017 ein kräftiger Zuwachs von 1,9 TWh, der 2018 durch einen ebenso großen Rückgang wieder aufgehoben wurde. Positiv hervorzuheben sind die zusätzliche Wasserkrafterzeugung von 1 TWh im Jahr 2023 und insbesondere der Solarzuwachs von 0,9 TWh im Jahr 2026 – ein wichtiger Schritt zu einer breiteren kohlenstoffarmen Stromversorgung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













