In Lettland stammt mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in den letzten zwölf Monaten, von September 2025 bis August 2026, aus kohlenstoffarmen Quellen. Insbesondere macht die Wasserkraft allein etwa 36% der Stromerzeugung aus, während Solarenergie etwa 21% beträgt. Windenergie und Biokraftstoffe tragen zusammen knapp 10% zur Elektrizitätsversorgung bei. Fossile Brennstoffe, vollständig aus Gas bezogen, machen etwa 23% der Stromerzeugung aus. Der Rest, knapp über 10%, wird durch Netto-Importe abgedeckt. Die starke Abhängigkeit von kohlenstoffarmer Stromerzeugung in Lettland ist ein positives Signal, obwohl der Anteil an fossilen Brennstoffen immer noch ein erheblicher Teil der Energieversorgung ausmacht.
Wächst der Strom in Lettland?
Der Stromverbrauch in Lettland zeigt in den letzten Jahren keine wachsende Tendenz. Die neueste Gesamtstromverbrauchszahl liegt bei 3881 kWh pro Person, was einen Rückgang von 79 kWh im Vergleich zum Rekordjahr 2018 darstellt. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung hat einen Rückgang erfahren: Die neueste Zahl liegt bei 2547 kWh pro Person, verglichen mit dem Rekord von 2812 kWh pro Person im Jahr 2017. Diese Rückgänge spiegeln eine besorgniserregende Entwicklung wider, die darauf hinweist, dass die Elektrifizierungs- und Dekarbonisierungsfortschritte verlangsamt oder gar gestoppt wurden.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, könnte Lettland seine bestehenden solaren Kapazitäten weiter ausbauen, da diese bereits erhebliche Mengen an Strom erzeugen. Außerdem könnte Lettland von Ländern wie Frankreich und der Slowakei lernen, die einen hohen Anteil ihrer Elektrizität aus Kernenergie gewinnen, wobei Frankreich und die Slowakei 67% bzw. 66% aus dieser Quelle beziehen. Insbesondere Lettlands klimatische Bedingungen könnten den Ausbau der Windenergie inspirieren, ähnlich wie in Dänemark und Iowa, die jeweils etwa 57% ihres Strombedarfs aus Windenergie decken. Die Integration von Solar- und Kernenergie, ergänzt durch Wind, könnte Lettland helfen, seine energiepolitischen Ziele zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Lettland zeigt über die Jahre hinweg erhebliche Schwankungen, insbesondere im Wasserkraftsektor. In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren kam es zu bedeutenden Schwankungen in der Wasserkrafterzeugung mit einem Anstieg um 0,9 TWh im Jahr 1990 und einem Rückgang um 1,2 TWh im Jahr 1991. Ähnliche Schwankungen wurden Ende der 1990er Jahre und im Jahr 2004 beobachtet. In den letzten zehn Jahren war die Wasserkrafterzeugung wieder sehr volatil, aber 2023 gab es einen Anstieg, gefolgt von einem zusätzlichen Schub durch Solarenergie im Jahr 2026. Diese historischen Daten zeigen, dass Lettland über das Potenzial verfügt, seine kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, jedoch strategisch auf höhere Stabilität und Diversifikation achten muss, um zukünftige Herausforderungen zu bewältigen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Sept. 2025 – Aug. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.











