In Französisch-Polynesien stammten 2022 rund zwei Drittel des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen und etwa ein Drittel aus kohlenstoffarmen Quellen. Wasserkraft lieferte mit rund 27 % mehr als ein Viertel des Stroms, Solarenergie weitere 7 %. Damit besteht bereits eine wichtige Grundlage für eine saubere Stromversorgung. Die weiterhin hohe Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zeigt jedoch, wie viel Potenzial noch besteht, durch mehr kohlenstoffarmen Strom Klimabelastung und Luftverschmutzung zu verringern.
Wächst der Strom in Französisch-Polynesien?
Gegenüber den historischen Höchstständen ist die Stromversorgung pro Kopf nicht gewachsen: Der Stromverbrauch lag 2022 bei rund 2.530 kWh je Person, gegenüber 2.920 kWh im Rekordjahr 2010. Das entspricht einem Rückgang um rund 390 kWh beziehungsweise 13 %. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung blieb mit rund 860 kWh je Person unter ihrem bisherigen Höchststand von knapp 1.000 kWh im Jahr 2010 – ein Minus von rund 140 kWh beziehungsweise 14 %. Dieser Rückstand ist besorgniserregend, weil die Elektrifizierung und neue digitale Anwendungen künftig mehr sauberen Strom benötigen. Die Angaben belegen allerdings keinen durchgängigen jährlichen Rückgang und erlauben allein keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Stromverbrauchs.
Vorschläge
Für mehr kohlenstoffarme Stromerzeugung sollte Französisch-Polynesien besonders Solarenergie ausbauen, ergänzt durch Speicher und leistungsfähige Stromnetze. Als tropische Inselregion ist der US-Bundesstaat Hawaii ein besonders passendes Vorbild: Dort liefert Solarenergie rund 23 % des Stroms. Auch Zypern erreicht rund 23 %, während der US-Bundesstaat Nevada mit 35 % das große Potenzial der Solarenergie verdeutlicht. Für Windkraft an geeigneten Standorten bietet die Inselregion Cabo Verde mit einem Windstromanteil von 14 % einen relevanten Orientierungspunkt. Zusätzlich sollte Französisch-Polynesien gemeinsam mit Frankreich prüfen, welche Kernenergielösungen langfristig zur lokalen Stromversorgung passen könnten. Frankreich zeigt mit einem Kernenergieanteil von rund 67 %, welchen bedeutenden Beitrag diese saubere Stromquelle leisten kann; eine Übertragung auf Französisch-Polynesien muss jedoch dessen Inselnetze und lokalen Strombedarf berücksichtigen.
Geschichte
Die angegebenen historischen Daten zeigen für die Wasserkraft in den erfassten Jahren der 2000er überwiegend keine Veränderung bei der ausgewiesenen Genauigkeit. Im Jahr 2010 stieg ihre Stromerzeugung um 0,1 TWh, bevor sie 2011 um denselben Betrag zurückging; 2013 folgte ein weiterer Rückgang um 0,1 TWh. In den übrigen aufgeführten Jahren bis 2022 wurden keine Veränderungen der Wasserkrafterzeugung ausgewiesen. Auch die erfassten Änderungen der Solarstromerzeugung zwischen 2011 und 2021 lagen jeweils bei 0 TWh, was angesichts der gerundeten Angaben kleinere Zuwächse nicht ausschließt. Insgesamt lassen die Daten keinen anhaltenden kräftigen Ausbau erkennen – ein Anlass, neue Impulse für mehr sauberen Strom zu setzen.















