El Salvadors Stromverbrauch wurde 2025 zu gut zwei Dritteln durch kohlenstoffarme Quellen gedeckt; knapp ein Drittel entfiel auf fossile Brennstoffe. Innerhalb der sauberen Stromversorgung lieferte Wasserkraft rund 25 % des gesamten Stroms, gefolgt von Geothermie und Solar mit jeweils etwa 17 %. Biokraftstoffe trugen rund 6 % bei, Wind etwa 2 %. Auf der fossilen Seite dominierte Gas mit knapp 26 % des gesamten Stromverbrauchs; andere fossile Brennstoffe machten zusammen etwa 7 % aus. Damit verfügt El Salvador bereits über eine vielfältige kohlenstoffarme Stromversorgung, kann aber durch deren Ausbau den Einsatz fossiler Brennstoffe und damit Klimabelastung und Luftverschmutzung weiter verringern.
Wächst der Strom in El Salvador?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst: 2025 erreichte er mit 1.363 kWh einen neuen Höchststand, nach 1.315 kWh im Jahr 2024. Das entspricht einem Zuwachs von rund 50 kWh beziehungsweise knapp 4 %. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf stellte einen Rekord auf: Sie stieg von 891 auf 921 kWh, also um 30 kWh beziehungsweise gut 3 %. Diese Entwicklung ist erfreulich, allerdings wächst die saubere Stromerzeugung etwas langsamer als der gesamte Stromverbrauch. Ein stärkerer Ausbau wäre deshalb wichtig, um zusätzlichen Bedarf durch Elektrifizierung und die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz möglichst mit sauberem Strom zu decken.
Vorschläge
El Salvador sollte insbesondere seine bereits bedeutende Solarstromerzeugung erweitern. Als Orientierung dienen Chile als regionaler Erfahrungspartner sowie die US-Staaten Nevada und Kalifornien, in denen Solar rund 35 % beziehungsweise 31 % der Stromerzeugung liefert. Auch Nordmazedonien zeigt mit etwa 40 %, welchen großen Beitrag Solar leisten kann. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf Wind: Costa Rica erzeugt damit rund 13 % seines Stroms, Uruguay sogar etwa ein Drittel. Für eine langfristig vielfältige saubere Stromversorgung sollte El Salvador außerdem die Einführung von Kernenergie prüfen. Von kleineren Ländern wie Slowenien, mit rund 40 % Kernenergie, und der Slowakei, mit etwa zwei Dritteln, lassen sich Erfahrungen zu Planung, Fachkräfteaufbau und dem Betrieb einer verlässlichen kohlenstoffarmen Stromversorgung gewinnen.
Geschichte
Historisch war die Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in El Salvador stark von Schwankungen der Wasserkraft geprägt. Auf einen Zuwachs von 0,4 TWh im Jahr 1979 folgte 1981 ein gleich großer Rückgang; 1983 und 1985 kamen wieder 0,4 beziehungsweise 0,3 TWh hinzu. In den 1990er-Jahren wechselten sich Rückgänge und Erholungen ab: minus 0,4 TWh 1991, plus 0,4 TWh 1996 und minus 0,5 TWh 1997. Auch die 2000er-Jahre verliefen wechselhaft, mit deutlichen Einbußen 2000 und 2009 sowie Zuwächsen 2003 und 2008. Nach einer kräftigen Erholung um 0,6 TWh 2010 sank die Wasserkrafterzeugung 2015 erneut, bevor sie 2017 wieder um 0,4 TWh zunahm. Besonders erfreulich war 2020: Wasserkraft legte um 0,5 TWh und Solar um 0,4 TWh zu. Im Jahr 2022 stieg die Wasserkraft um weitere 0,4 TWh, während Biokraftstoffe 0,3 TWh weniger lieferten. Dem enttäuschenden Wasserkraftrückgang um 0,6 TWh 2023 folgte 2024 ein ebenso großer Wiederanstieg. Diese wechselhafte Geschichte unterstreicht, wie wertvoll zusätzliche Solar-, Wind- und künftig auch Kernenergie für stetiges Wachstum der sauberen Stromversorgung sein können.














