Der aktuelle Zustand des Stromverbrauchs in Bosnien und Herzegowina zeigt eine deutliche Trennung zwischen fossilen und kohlenstoffarmen Energiequellen. Mehr als die Hälfte des Stroms, ungefähr 61%, wird durch fossile Brennstoffe erzeugt, wobei die Energie aus Kohle den Hauptanteil ausmacht. Auf der anderen Seite stammt etwa 39% des Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Davon sind fast 35% durch Wasserkraft gedeckt, während Wind- und Solarenergie mit zusammen knapp 5% einen kleineren Anteil bilden. Diese Zahlen offenbaren eine Herausforderung und gleichzeitig eine Gelegenheit: den Ausbau der kohlenstoffarmen Stromerzeugung.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen ENTSOE, Eurostat und IEA. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Bosnien und Herzegowina?
Im Hinblick auf das Wachstum des Stromverbrauchs erlebt Bosnien und Herzegowina momentan einen Rückgang. Die aktuelle Stromverbrauchsrate liegt bei 4484 kWh pro Person, was eine markante Abnahme von 1173 kWh im Vergleich zum Rekordjahr 2018 darstellt. Ebenso ist die Erzeugung von kohlenstoffarmem Strom gesunken; sie liegt momentan bei 1764 kWh pro Person, was einen Rückgang um 422 kWh im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Diese Abnahme im Stromverbrauch, insbesondere im kohlenstoffarmen Bereich, ist beunruhigend angesichts der dringenden Notwendigkeit, saubere Energie auszubauen, um zukünftigen Energieanforderungen gerecht zu werden.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu steigern, könnte Bosnien und Herzegowina von erfolgreichen Regionen lernen, insbesondere in den Bereichen Solar- und Kernenergie. Länder wie Frankreich und die Slowakei nutzen erfolgreich Kernenergie, indem sie einen Großteil ihres Stroms daraus gewinnen—Frankreich generiert beispielsweise 68% seiner Elektrizität durch Kernenergie. Im Bereich Solarenergie könnten Vorreiter wie Nevada mit einem 33%-Anteil an Solarenergie als Inspiration dienen. Die Konzentration auf den Ausbau von Kern- und Solarenergie kann helfen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Umweltauswirkungen des Stromverbrauchs zu minimieren.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Bosnien und Herzegowina zeigt eine wechselvolle Entwicklung, die größtenteils durch Wasserkraft geprägt ist. In den frühen 1990er Jahren kam es zu Schwankungen, wobei positive wie negative Veränderungen in der Wasserkrafterzeugung auftraten, z.B. ein Anstieg von 2,1 TWh im Jahr 1991 gefolgt von einem Rückgang im Jahr 1992. In den letzten Jahrzehnten setzte sich dieser Trend fort, allerdings waren positive Entwicklungen wie die Steigerung um 3 TWh im Jahr 2013 weniger präsent als die Rückgänge, darunter signifikante Verluste wie 3,6 TWh im Jahr 2011. Besonders heutzutage, im Jahr 2024, bleibt der Rückgang um 1,6 TWh ein Zeichen, dass es dringenden Bedarf an einer verstärkten und stabilen Low-Carbon-Strategie gibt. Der Fokus auf Nachhaltigkeit und Stabilität sollte forciert werden, um eine saubere Energiezukunft zu sichern.