In den letzten zwölf Monaten, von August 2024 bis Juli 2025, wurde der größte Teil der Elektrizität in Bosnien und Herzegowina aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Insgesamt beliefen sich die fossilen Energien, hauptsächlich Kohle, auf mehr als 63%, während kohlenstoffarme Energien 36,81% des Strombedarfs deckten. Hierbei war die Wasserkraft mit rund 34% die bedeutendste Quelle unter den kohlenstoffarmen Energien. Wind- und Solarenergie machten mit 1,4% beziehungsweise 1,24% nur einen geringen Teil des Energiemixes aus, was zeigt, dass hier noch viel Potenzial zur Steigerung der Nutzung sauberer Energiequellen besteht.
Wächst der Strom in Bosnien und Herzegowina?
Leider zeigt sich in Bosnien und Herzegowina ein rückläufiger Trend beim Stromverbrauch pro Kopf. Im Jahr 2025 betrug der Stromverbrauch 3678 kWh pro Person, was eine deutliche Abnahme von fast 2000 kWh pro Person im Vergleich zum Rekordjahr 2021 darstellt. Ähnlich sieht es bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung aus, die 1354 kWh pro Person beträgt und somit 859 kWh unter ihrem Spitzenwert im Jahr 2021 liegt. Der Rückgang in beiden Bereichen ist besorgniserregend, insbesondere angesichts des wachsenden Bedarfs an Elektrizität durch fortlaufende Elektrifizierung und technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz.
Vorschläge
Um den Anteil kohlenstoffarmer Elektrizität in Bosnien und Herzegowina zu erhöhen, wäre es wichtig, Erkenntnisse aus erfolgreichen Regionen mit starken Low-Carbon-Energiekapazitäten zu nutzen. Frankreich und die Slowakei beispielsweise beziehen einen großen Teil ihrer Elektrizität aus Kernenergie, während Länder wie Dänemark und Iowa beachtliche Anteile aus Windenergie erzeugen. Ein ähnlicher Ausbau der Kernenergie könnte auch Bosnien und Herzegowina helfen, den Rückstand aufzuholen, ebenso wie ein verstärkter Fokus auf Solarenergie, wie sie in Ländern wie Griechenland und den Vereinigten Arabischen Emiraten erfolgreich eingesetzt wird.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Bosnien und Herzegowina war insbesondere von der Wasserkraft dominiert. Betrachtet man die letzten Jahrzehnte, so gab es Schwankungen in der jährlichen Wasserkrafterzeugung. In den frühen 1990er Jahren beispielsweise, verzeichnete das Land sowohl Anstiege als auch Rückgänge mit einem bemerkenswerten Rückgang im Jahr 1992. Zwischen 2009 und 2011 gab es erneut signifikante Schwankungen, wobei das Jahr 2011 einen deutlichen Rückgang aufwies. Seitdem gab es immer wieder größere Schwankungen in der Wasserkrafterzeugung, was auf die Notwendigkeit hindeutet, das Portfolio an kohlenstoffarmen Energiequellen durch weitere stabile Energiequellen wie die Kernenergie zu diversifizieren.
Electrification
Wir schätzen den Elektrifizierungsgrad durch den Vergleich von Strom- und Gesamtenergieemissionen. Mehr über die Methodik.