In Bosnien und Herzegowina basiert im Jahr 2025 mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs auf fossilen Brennstoffen, speziell Kohle, die den gesamten fossilen Anteil ausmacht. Der kohlenstoffarme Anteil an der Stromerzeugung beläuft sich auf etwas mehr als 41%, wobei die Wasserkraft den größten Anteil daran mit fast einem Drittel hat. Auch Wind- und Solarenergie tragen zur kohlenstoffarmen Stromerzeugung bei, wenn auch in geringerem Umfang, mit etwa 5% durch Windenergie und fast 4% durch Solarenergie. Trotz der bedeutenden Rolle der Wasserkraft bleibt der Kohleanteil eine dominierende Kraftquelle, die die Energiewende behindern könnte, wenn sie nicht reduziert wird.
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Wächst der Strom in Bosnien und Herzegowina?
Der Stromverbrauch in Bosnien und Herzegowina ist in den letzten Jahren gesunken und liegt im Jahr 2025 bei 4373 kWh pro Person, weit unter dem Höchststand von 5657 kWh im Jahr 2018. Dies bedeutet einen Rückgang von 1284 kWh pro Person. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang im kohlenstoffarmen Bereich, mit einem neuen Wert von 1797 kWh pro Person im Vergleich zu 2186 kWh im Jahr 2023, was einem Rückgang von 389 kWh pro Person entspricht. Diese Entwicklung ist enttäuschend und muss umgekehrt werden, um mit der globalen Bewegung hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft Schritt zu halten und die negativen Auswirkungen von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.
Vorschläge
Um die Erzeugung kohlenstoffarmen Stroms zu steigern, könnte Bosnien und Herzegowina von Ländern wie Nordmazedonien lernen, das fast die Hälfte seines Stroms aus Solarenergie gewinnt, oder von Frankreich und der Slowakei, die rund zwei Drittel ihrer Elektrizität aus Kernenergie erzeugen. Der Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen in Regionen mit günstigen Sonnen- und Windbedingungen könnte ebenfalls erheblich zu einem sauberen Strommix beitragen. Ebenso wichtig ist der Aufbau oder die Erweiterung von Kernenergie, die eine zuverlässige und konsistente Stromquelle darstellen kann, um die Schwankungen in der Produktion von Sonne und Wind auszugleichen, ganz im Sinne der erfolgreichen Praktiken in den genannten Ländern.
Geschichte
Ein Rückblick auf die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromproduktion in Bosnien und Herzegowina zeigt ein Wechselspiel zwischen positiven und negativen Entwicklungen, vor allem im Bereich Wasserkraft. In den frühen 1990er Jahren und insbesondere 2013 und 2018 erlebte das Land bedeutende Zuwächse in der Wasserkraftproduktion, mit jährlichen Anstiegen von bis über 2 TWh. Jedoch waren diese Erfolge oft von Rückgängen gefolgt, insbesondere im Jahr 2011, als die Erzeugung um 3,6 TWh fiel. Trotz dieser Schwankungen ist die Wasserkraft eine tragende Säule der kohlenstoffarmen Energieerzeugung und sollte weiter optimiert und stabilisiert werden, während gleichzeitig die hinzukommende Erzeugung aus Solar und Kernenergie verstärkt wird, um eine saubere und sichere Zukunft zu gewährleisten.


