Der aktuelle Stand der Stromerzeugung in Bolivien zeigt, dass mehr als die Hälfte des Stroms aus fossilen Brennstoffen stammt, wobei Gas allein den größten Anteil mit rund 60% ausmacht. Damit bleibt der Energieverbrauch Boliviens stark von fossilen Quellen abhängig. Im Gegensatz dazu trägt kohlenstoffarmer Strom fast 38% zur gesamten Stromerzeugung bei, wobei die Wasserkraft mit knapp über 28% den größten Anteil an der kohlenstoffarmen Energie ausmacht. Wind- und Solarenergie, obwohl sie zukunftsträchtige Technologien darstellen, haben vergleichsweise niedrigere Anteile mit etwa 3,5% und 2,8% respektive. Biokraftstoffe leisten ebenfalls einen kleinen Beitrag von rund 3,3% zur kohlenstoffarmen Stromerzeugung, sollten jedoch nicht im Mittelpunkt der Ausbaupläne stehen.
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Wächst der Strom in Bolivien?
Der Stromverbrauch in Bolivien ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen und hat mit 998 kWh pro Person einen neuen Höchststand erreicht, nachdem er im Vorjahr noch bei 975 kWh pro Person lag. Besonders erfreulich ist die Zunahme der kohlenstoffarmen Stromerzeugung, die ebenfalls einen neuen Höchststand von 379 kWh pro Person erreicht hat, nachdem der Höchstwert im Jahr 2021 noch bei 350 kWh pro Person lag. Diese positive Entwicklung zeigt den Fortschritt Boliviens hin zu einer saubereren Energiezukunft. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, um den wachsenden Energiebedarf zu decken und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung weiter zu steigern, könnte Bolivien von anderen erfolgreichen Regionen lernen. Zum Beispiel zeigt Kalifornien mit einem beeindruckenden Anteil von 29% an Solarenergie, dass der Ausbau von Sonnenenergie erheblich zur kohlenstoffarmen Stromversorgung beitragen kann. Die Erfahrungen von Ländern wie Frankreich und der Slowakei, wo Kernenergie jeweils mehr als zwei Drittel der Stromerzeugung ausmacht, unterstreichen die Bedeutung der Kernenergie als stabile und zuverlässige saubere Energiequelle. Der Windenergieerfolg in Iowa mit 60% und in Dänemark mit 55% verdeutlicht zudem das Potenzial, das in der Produktion von Windenergie steckt. Bolivien sollte daher sowohl den Ausbau der Solar- als auch der Windenergie intensivieren und die Einführung oder den Ausbau von Kernenergie ernsthaft in Betracht ziehen, um die fossilen Abhängigkeiten zu minimieren und eine grüne Energiezukunft zu sichern.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Bolivien zeigt insbesondere bei der Wasserkraft eine wechselhafte Entwicklung. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und zu Beginn der 2000er Jahre gab es sowohl Zuwächse als auch Rückgänge bei der Wasserkrafterzeugung, mit gelegentlichen Abnahmen und Zunahmen in der Größenordnung von 0,2 TWh. In den letzten Jahren, insbesondere von 2017 bis 2019, verzeichnete die Wasserkraft jedoch kontinuierliche Zuwächse. Die jüngsten Daten von 2024 weisen auf einen erneuten Anstieg der Wasserkrafterzeugung um 0,5 TWh hin. Diese Entwicklung zeigt, dass trotz früherer Schwankungen die kohlenstoffarme Energie in Bolivien stetig wächst, ein Trend, der weiter gefördert werden sollte, um den Herausforderungen von Klimawandel und steigender Energienachfrage gerecht zu werden.