Die aktuelle Lage des Stromverbrauchs in Bolivien im Jahr 2025 zeigt, dass fossile Brennstoffe nach wie vor den größten Anteil an der Stromerzeugung haben, mit einem Anteil von etwa 65%, der vollständig durch Gas gedeckt wird. Kohlenstoffarme Energien kommen auf knapp 35% der Stromerzeugung. Der überwiegende Teil dieser kohlenstoffarmen Stromproduktion wird durch Wasserkraft bereitgestellt, die mehr als 28% ausmacht. Solar- und Windenergie tragen zusammen knapp 6% bei, wobei Solarenergie fast 3% und Windenergie etwas mehr als 2% zur Elektrizitätsversorgung beiträgt. Mit einem Anteil von nur etwa 1% bleibt die Stromproduktion aus Biokraftstoffen sehr gering.
Die auf dieser Seite verwendeten Datenquellen umfassen Ember, IEA und World Bank. Mehr über Datenquellen →
Wächst der Strom in Bolivien?
Die Entwicklung des Stromverbrauchs in Bolivien ist im letzten Jahr rückläufig. Der Pro-Kopf-Stromverbrauch beträgt aktuell rund 942 kWh, was einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 998 kWh entspricht. Auch die Erzeugung von kohlenstoffarmem Strom ist von 379 kWh pro Kopf im Jahr 2024 auf 329 kWh im Jahr 2025 gefallen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da der Bedarf an sauberem Strom mit zunehmender Elektrifizierung und dem Wachstum der KI-basierten Technologien weiter steigen wird. Es bedarf daher einer entschlossenen Strategie, um den Anteil kohlenstoffarmer Energien schnell zu erhöhen.
Vorschläge
Bolivien könnte von erfolgreichen Regionen lernen, die entscheidende Schritte in Richtung einer größeren Nutzung von Solar- und Kernenergie gemacht haben. Zum Beispiel setzen Länder wie Frankreich und die Slowakei stark auf Kernenergie, die dort jeweils über zwei Drittel der Stromerzeugung ausmacht. Solare Erfolge sind in Regionen wie Nordmazedonien und Kalifornien zu finden, wo Solarenergie wichtige Bestandteile der Energieversorgung darstellt. Bolivien sollte diese Best Practices betrachten und Anstrengungen unternehmen, insbesondere auf den Ausbau der Solar- und Kernenergie zu setzen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Nachhaltigkeit der Stromversorgung zu verbessern.
Geschichte
In der jüngeren Geschichte der kohlenstoffarmen Elektrizität in Bolivien sind vor allem Schwankungen in der Wasserkrafterzeugung zu beobachten. In den 1980er und 1990er Jahren gab es kleine Zu- und Abnahmen, die keine klare Richtung erkennen ließen. Seit den 2000er Jahren war jedoch ein deutlicher Trend sichtbar, wobei einige Jahre ein Wachstum und andere Jahre Rückgänge in der Stromproduktion aus Wasserkraft verzeichnen. In den jüngsten Jahren, insbesondere im Jahr 2022, wurde auch der Einsatz von Windenergie erkennbar mit einem leichten Anstieg um 0,3 TWh. Der Ausbau von Biokraftstoffen hat sich 2025 leicht verringert, was aber aufgrund des geringen Anteils nicht signifikant ist. Insgesamt sichert vor allem die Wasserkraft einen Großteil der kohlenstoffarmen Stromproduktion, was eine Grundlage bietet, auf der weiter aufgebaut werden kann, insbesondere durch die Einbeziehung neuer kohlenstoffarmer Technologien wie Solar und Kernenergie.


