In den letzten zwölf Monaten, von April 2025 bis März 2026, stammte mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Bolivien aus fossilen Brennstoffen, hauptsächlich Erdgas, das alle fossilen Quellen ausmacht. Etwas mehr als ein Drittel der Elektrizität wurde durch kohlenstoffarme Energiequellen erzeugt. Der Hauptteil dieser kohlenstoffarmen Energie kam aus Wasserkraft, die knapp über einem Viertel des gesamten Stromverbrauchs ausmacht. Wind- und Solarenergie trugen zusammen fast 6% bei, während Biokraftstoffe einen kleinen Anteil von etwas mehr als 1% hatten. Diese Verteilung zeigt, dass Bolivien noch stark von fossilen Energien abhängig ist, aber es gibt auch bereits einen signifikanten Beitrag kohlenstoffarmer Energiequellen.
Wächst der Strom in Bolivien?
In Bezug auf das Wachstum des Stromverbrauchs zeigt Bolivien derzeit einen besorgniserregenden Trend. Im Jahr 2026 betrug der Pro-Kopf-Stromverbrauch 952 kWh, was einem Rückgang gegenüber dem bisher höchsten Wert von 998 kWh im Jahr 2024 entspricht. Auch die kohlenstoffarmen Quellen zeigen einen ähnlichen Rückgang, da die Erzeugung von 320 kWh pro Kopf nicht den Rekordwert von 379 kWh im Jahr 2024 erreicht. Diese negative Entwicklung im Pro-Kopf-Stromverbrauch und speziell bei der kohlenstoffarmen Erzeugung ist besorgniserregend, da die Elektromobilität und die digitale Transformation weiterhin Strom benötigen werden.
Vorschläge
Um den Anteil der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zu erhöhen, könnte Bolivien von den Erfolgen anderer Regionen lernen. Länder wie Frankreich und die Slowakei haben erhebliche Erfolge mit Kernenergie erzielt, mit Anteilen von mehr als 65%. Ebenso zeigt Uruguay eine starke Nutzung der Windenergie. Für Bolivien wäre es sinnvoll, sowohl in die Solarenergie zu investieren, ähnlich wie Länder wie Nevada und Kalifornien mit soliden Solaranteilen, als auch die Rolle der Kernenergie zu stärken, um eine nachhaltige und saubere Energiezukunft zu unterstützen. Gleichzeitig könnte die Beobachtung von Ländern wie Dänemark und Iowa, die stark auf Windenergie setzen, nützliche Erkenntnisse liefern, wie Windenergie optimal integriert werden kann.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
In Hinsicht auf die historische Entwicklung kohlenstoffarmer Energien in Bolivien gab es über die Jahrzehnte hinweg Schwankungen in der Wasserkrafterzeugung. Insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren sowie im folgenden Jahrzehnt war die Wasserkrafterzeugung von leichter Volatilität geprägt, mit einem leichten Zuwachs und Rückgang im Wechsel. In den letzten Jahren gab es auch Veränderungen, etwa mit dem Zuwachs von Windenergie im Jahr 2022. Diese historische Instabilität bei der Wasserkraft zeigt, dass Bolivien von einer Diversifizierung hin zu stabileren, kohlenstoffarmen Energiequellen profitieren könnte, um die Abhängigkeit von den schwankenden Wasserressourcen zu reduzieren.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.













