Elektrizität in Timor-Leste im Jahr 2023
Timor-Leste verzeichnete 2023 einen Stromverbrauch von rund 370 kWh pro Person. Das entspricht nur etwa einem Zehntel des weltweiten Durchschnitts von 3.794 kWh pro Person. Die erfasste kohlenstoffarme Stromerzeugung lag bei null. Eine genaue Aufteilung des verbrauchten Stroms auf fossile Brennstoffe und mögliche Netto-Importe fehlt jedoch, sodass sich deren Anteile nicht sicher beziffern lassen. Das äußerst niedrige Stromverbrauchsniveau deutet auf begrenzte Möglichkeiten zur Elektrifizierung hin: Eine unzureichende Stromversorgung kann beispielsweise Kühlung, Gesundheitsversorgung, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung erschweren. Mehr sauberer Strom könnte diese Möglichkeiten deutlich erweitern und zugleich Klimabelastung und Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe vermeiden.
Wächst der Strom in Timor-Leste?
Gemessen am bisherigen Höchststand wächst der Stromverbrauch pro Kopf derzeit nicht: Die rund 368 kWh im Jahr 2023 lagen etwa 31 kWh beziehungsweise knapp 8 Prozent unter dem Rekord von rund 400 kWh im Jahr 2019. Das ist angesichts des wachsenden Elektrifizierungsbedarfs eine besorgniserregende Entwicklung. Ohne Daten zu den Zwischenjahren lässt sich allerdings kein durchgehender Rückgang feststellen; auch die Entwicklung des gesamten Stromverbrauchs bleibt damit offen. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung herrscht ebenfalls Stillstand: Mit null kWh pro Person lag sie 2023 unverändert auf dem bereits 2003 ausgewiesenen Rekordniveau von null.
Vorschläge
Für einen Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung sollte Timor-Leste besonders Solarstrom voranbringen, ergänzt durch Speicher, leistungsfähigere Netze und die Prüfung geeigneter Windstandorte. Regionale Orientierung bieten Vietnam mit rund 21 TWh Solarstrom und 11 TWh Windstrom sowie Thailand mit rund 11 TWh Solarstrom. Das geografisch nahe Australien erzeugte rund 58 TWh Solarstrom und 42 TWh Windstrom. Diese absoluten Mengen sind keine passenden Zielgrößen für Timor-Leste, liefern aber Anknüpfungspunkte für technischen Austausch und Ausbildung. Auch Kernenergie sollte als langfristige Option geprüft werden: Die Vereinigten Arabischen Emirate zeigen mit rund 32 TWh Kernstrom, wie eine zusätzliche saubere Stromquelle aufgebaut werden kann. Für Timor-Leste wären dabei eine vorausschauende Bedarfsplanung, institutioneller Kompetenzaufbau und internationale Zusammenarbeit wichtige Schritte.
Geschichte
Zur Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung enthält die Anfrage keine jährlichen Veränderungswerte nach Stromquelle. Eine Entwicklung über einzelne Jahrzehnte oder konkrete Ausbauphasen lässt sich deshalb nicht verlässlich beschreiben. Belegt sind lediglich die angegebenen Vergleichspunkte: 2003 lag der bisherige Höchstwert bei null kWh pro Person, und 2023 blieb die ausgewiesene kohlenstoffarme Stromerzeugung ebenfalls bei null. Die vorliegenden Angaben zeigen somit keinen messbaren Ausbau zwischen diesen Vergleichspunkten. Umso wichtiger ist es, künftig einen klaren Wachstumspfad für saubere Stromerzeugung zu schaffen.













