Elektrizität in Singapur im Jahr 2025
Singapurs Stromverbrauch war 2025 fast vollständig von fossilen Brennstoffen abhängig: Sie deckten rund 97 % des Strommixes, wobei Gas allein etwa 94 % ausmachte. Kohlenstoffarmer Strom erreichte dagegen nur knapp 3 % und stammte laut den vorliegenden Daten ausschließlich aus Solarenergie. Damit bleibt der Anteil sauberer Stromquellen sehr gering. Ein Ausbau könnte die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Auswirkungen auf Klima und Luftqualität verringern.
Wächst der Strom in Singapur?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst in Singapur, allerdings nur leicht: 2025 erreichte er rund 10.500 kWh und übertraf damit den bisherigen Höchststand von 10.400 kWh aus dem Jahr 2024 um 83 kWh beziehungsweise knapp 1 %. Bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung pro Kopf zeigt sich hingegen ein besorgniserregender Rückgang: Sie sank von ihrem Rekordwert von 511 kWh im Jahr 2024 auf 285 kWh im Jahr 2025. Das entspricht einem Minus von 226 kWh oder rund 44 %. Das leichte Wachstum des Stromverbrauchs ist daher noch nicht mit dem nötigen Wachstum sauberer Stromerzeugung verbunden.
Vorschläge
Singapur sollte vor allem Solarenergie ausbauen und den Einstieg in die Kernenergie prüfen, um mehr kohlenstoffarmen Strom für Elektrifizierung und neue digitale Anwendungen bereitzustellen. Für Solarenergie bieten sich insbesondere Dächer, Fassaden und geeignete Wasserflächen an. Als dicht besiedelte Vergleichsregion zeigen die Niederlande mit einem Solaranteil von 19 %, dass auch intensiv genutzte Flächen einen erheblichen Beitrag ermöglichen. Im US-Bundesstaat Hawaii liefert Solarenergie sogar knapp ein Viertel des Stroms. Für Kernenergie sind Südkorea mit einem Anteil von 25 % und die Vereinigten Arabischen Emirate mit 20 % interessante Vorbilder; Frankreich zeigt mit rund zwei Dritteln Kernenergie besonders deutlich deren möglichen Beitrag zu einer kohlenstoffarmen Stromversorgung. Singapur kann von diesen Regionen bei Planung, Fachkräfteaufbau und der Einbindung sauberer Stromquellen lernen.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Singapurs begann in den vorliegenden Daten mit kleinen Zuwächsen bei Biokraftstoffen: 1986 sowie von 2013 bis 2015 kamen jeweils 0,1 TWh hinzu. Ein größerer Anstieg folgte 2019 mit 1,1 TWh; nach einem Rückgang um 0,1 TWh im Jahr 2020 und keiner Veränderung 2021 wurden 2022 weitere 0,4 TWh verzeichnet. Solarenergie entwickelte sich zunächst langsam: Zwischen 2015 und 2019 wechselten Jahre ohne messbaren Zuwachs mit kleinen Steigerungen von jeweils 0,1 TWh. Ab 2020 beschleunigte sich der Ausbau: Auf jeweils 0,1 TWh zusätzlichen Solarstrom 2020 und 2021 folgten jährlich 0,3 TWh von 2022 bis 2024 und schließlich 0,4 TWh im Jahr 2025. Diese zunehmenden Solarzuwächse sind erfreulich, auch wenn die gesamten aktuellen Pro-Kopf-Zahlen weiterhin großen Aufholbedarf zeigen.














