Von Juli 2025 bis Juni 2026 stammte in Nordmazedonien fast die Hälfte des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Wasserkraft lieferte rund 24 %, Solar rund 20 % und Wind knapp 5 %. Fossile Brennstoffe machten dagegen etwa 41 % aus: Kohle deckte rund ein Viertel des Stromverbrauchs, Gas weitere 14 %. Die übrigen rund 10 % entfielen auf Netto-Importe, deren Erzeugungsmix aus diesen Daten nicht hervorgeht. Damit hat sauberer Strom bereits einen erheblichen Anteil, doch die weiterhin starke Nutzung fossiler Brennstoffe verursacht klimaschädliche Emissionen und Luftverschmutzung.
Wächst der Strom in Nordmazedonien?
Ein Wachstum des Stromverbrauchs gegenüber dem historischen Höchststand ist bislang nicht erkennbar. Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 3.860 kWh pro Person und damit etwa 770 kWh beziehungsweise 17 % unter dem Rekord von 2011 mit rund 4.620 kWh. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung hat ihren bisherigen Höchststand nicht übertroffen: Mit 1.900 kWh pro Person liegt sie geringfügig unter den 1.911 kWh von 2025. Diese Stagnation ist angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI-Anwendungen besorgniserregend. Entscheidend ist deshalb, die saubere Stromerzeugung deutlich zu steigern.
Vorschläge
Nordmazedonien sollte besonders Solar weiter ausbauen, das bereits ein Fünftel seines Stromverbrauchs deckt. Die US-Bundesstaaten Nevada und Kalifornien zeigen mit Solar-Anteilen von rund 35 % beziehungsweise 31 % an ihrer Stromerzeugung, dass noch deutlich höhere Beiträge möglich sind. Für den Ausbau von Wind bieten die regional näherliegenden Beispiele Griechenland mit rund 21 % und Kroatien mit 16 % hilfreiche Orientierung. Zusätzlich sollte Nordmazedonien den Aufbau von Kernenergie prüfen, auch durch regionale Zusammenarbeit: Bulgarien und Slowenien erzeugen rund 38 % beziehungsweise 40 % ihres Stroms mit Kernenergie, die Slowakei sogar etwa zwei Drittel. Eine Kombination aus mehr Solar, Wind und verlässlich verfügbarer Kernenergie könnte die kohlenstoffarme Stromversorgung stärken und fossile Stromerzeugung zurückdrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Nordmazedoniens war lange von starken Schwankungen der Wasserkraft geprägt. In den 1990er-Jahren standen Zuwächsen von jeweils 0,3 bis 0,4 TWh auch Rückgänge gegenüber. In den 2000er-Jahren setzte sich dieses Auf und Ab fort, etwa mit einem Plus von 0,6 TWh im Jahr 2003 und einem gleich großen Minus 2007. Auf den kräftigen Zuwachs von 1,2 TWh im Jahr 2010 folgten Rückgänge von 1 TWh 2011 und weiteren 0,4 TWh 2012; auch bis 2019 wechselten Erholungen und deutliche Einbußen einander ab. Einen erfreulichen neuen Wachstumsschub brachte Solar mit zusätzlichen 0,5 TWh 2024 und 0,9 TWh 2025. Der Rückgang der Solarstromerzeugung um 0,4 TWh im Jahr 2026 ist hingegen enttäuschend; der gleichzeitige Wasserkraftzuwachs von 0,3 TWh glich ihn nicht vollständig aus. Umso wichtiger ist ein kontinuierlicher Ausbau sauberer Stromerzeugung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.















