Von August 2025 bis Juli 2026 wurden in Nordmazedonien knapp 63 % des Stromverbrauchs durch kohlenstoffarme Stromerzeugung gedeckt. Solar lieferte mit rund 40 % den größten Beitrag, gefolgt von Wasserkraft mit knapp 19 % und Wind mit rund 4 %. Fossile Brennstoffe deckten dagegen etwa 28 % des Stromverbrauchs: Kohle machte rund 18 % aus, Gas knapp 9 % und Öl etwa 1 %. Die übrigen gut 9 % entfielen auf Netto-Importe, deren Zusammensetzung aus den vorliegenden Daten nicht hervorgeht. Damit stammt deutlich mehr als die Hälfte des verbrauchten Stroms aus heimischer sauberer Erzeugung; fossile Stromerzeugung bleibt jedoch eine Quelle von Treibhausgasen und Luftverschmutzung.
Wächst der Strom in Nordmazedonien?
Der Stromverbrauch erreicht einen neuen Höchststand: Der jüngste Wert für 2026 beträgt rund 4.730 kWh pro Person und liegt damit etwa 105 kWh beziehungsweise gut 2 % über dem bisherigen Rekord von 2011 mit rund 4.620 kWh. Das belegt einen neuen Verbrauchsrekord, auch wenn sich daraus allein kein durchgehender Wachstumstrend ableiten lässt. Besonders erfreulich ist der kräftige Zuwachs bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreicht knapp 2.970 kWh pro Person und übertrifft den bisherigen Rekord von 2025 mit rund 1.910 kWh um etwa 1.060 kWh beziehungsweise 55 %. Dieser Ausbau schafft eine wichtige Grundlage für die weitere Elektrifizierung und den zusätzlichen Strombedarf etwa durch KI-Anwendungen.
Vorschläge
Nordmazedonien sollte vor allem den erfolgreichen Solarausbau fortsetzen und ihn durch leistungsfähigere Stromnetze und Speicher ergänzen. Auch Wind kann einen größeren Beitrag leisten: Das nahe gelegene Griechenland erzeugt rund 21 % seines Stroms aus Wind, Kroatien etwa 15 %. Für eine zusätzliche, verlässliche kohlenstoffarme Stromversorgung sollte Nordmazedonien außerdem den Einstieg in die Kernenergie und regionale Kooperationen prüfen. Besonders relevante Vorbilder sind Bulgarien und Slowenien, wo Kernenergie rund 37 % beziehungsweise 40 % der Stromerzeugung liefert; in der Slowakei sind es sogar etwa zwei Drittel. Diese Regionen zeigen, wie Solar, Wind und Kernenergie eine saubere Stromversorgung stärken und fossile Brennstoffe zunehmend ersetzen können.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch war die kohlenstoffarme Stromerzeugung Nordmazedoniens zunächst von schwankender Wasserkraft geprägt. In den 1990er-Jahren standen Zuwächse von jeweils rund 0,3 bis 0,4 TWh in den Jahren 1991 und 1999 einem Rückgang von 0,3 TWh im Jahr 1993 gegenüber. In den 2000er-Jahren wechselten ebenfalls Rückgänge und Erholungen; auf ein Plus von 0,4 TWh im Jahr 2009 folgte 2010 ein besonders kräftiger Anstieg um 1,2 TWh. Die 2010er-Jahre blieben wechselhaft: Deutliche Rückgänge 2011 und 2012 sowie 2017 und 2019 wurden durch zwischenzeitliche Zuwächse nur teilweise ausgeglichen. Nach einem Wasserkraftplus von 0,3 TWh im Jahr 2023 setzte Solar einen erfreulich dynamischen Wachstumskurs: Die jährlichen Zuwächse stiegen von 0,5 TWh im Jahr 2024 über 0,9 TWh 2025 auf 1,6 TWh 2026. Dieser beschleunigte Ausbau ist ein starkes Signal für mehr sauberen Strom.
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Aug. 2025 – Juli 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.












