In Nordmazedonien zeigt der derzeitige Stand des Stromverbrauchs eine deutliche Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die über die Hälfte der Stromerzeugung ausmachen, wobei Kohle und Gas mit 40,6 % bzw. 18,81 % beiträgt. Ein bedeutender Teil des Stroms stammt allerdings auch aus kohlenstoffarmen Quellen, etwa ein knappes Drittel der gesamten Stromproduktion. Darunter nimmt die Wasserkraft den größten Anteil mit rund 20 % ein, gefolgt von einem kleineren Beitrag durch Solar- (4,36 %) und Windenergie (3,7 %). Neben der Eigenproduktion importiert Nordmazedonien etwa 10,69 % seines Stroms netto. In den 12 Monaten von November 2024 bis Oktober 2025 zeigt sich somit eine gemischte Energielandschaft, bei der zwischen fossil und kohlenstoffarm unterschieden werden sollte, um die Umstellung auf saubere Energie zu fördern.
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Wächst der Strom in Nordmazedonien?
Diese Zahlen werfen die Frage auf, ob der Stromverbrauch in Nordmazedonien wächst. Der letzte Gesamtverbrauch im Jahr 2025 lag bei etwa 2972 kWh pro Person, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2011 mit 4624 kWh pro Person bedeutet. Auch die Produktion von kohlenstoffarmen Stromquellen hat im Vergleich zu den Rekordzahlen von 2023 abgenommen und beträgt nun 859 kWh pro Person. Die Reduzierung um 337 kWh pro Person allein im kohlenstoffarmen Bereich ist besorgniserregend und zeigt, dass hier eine Stagnation oder sogar ein Rückgang zu verzeichnen ist, statt des dringend benötigten Wachstums.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung zu erhöhen, könnte Nordmazedonien von erfolgreichen Regionen lernen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen. Länder wie Frankreich und die Slowakei leiten einen Großteil ihrer Stromerzeugung aus Kernenergie ab, die jeweils mehr als 60 % ihres gesamten Stroms ausmacht. Auch Staaten wie Iowa, wo 60 % des Stroms aus Windenergie stammen, zeigen, dass eine Fokussierung auf Wind- und Solarenergie erhebliche Fortschritte mit sich bringen kann. Wenn Nordmazedonien seine Investitionen in Kernkraftwerke und Solarenergie verstärkt, könnte dies langfristig den Anteil der sauberen Energiequellen deutlich erhöhen und helfen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.
Geschichte
Historisch gesehen hat die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Nordmazedonien, insbesondere durch Wasserkraft, einige Schwankungen erfahren. Seit den frühen 1990er Jahren gab es verschiedene Zunahmen und Abnahmen bei der Wasserkraftproduktion; markante Erhöhungen wurden 1999, 2010 und 2013 verzeichnet, während Jahre wie 1993 oder 2011 starke Rückgänge aufwiesen. Im Jahr 2023 brachte der Ausbau der Solarenergie einen positiven Impuls in den kohlenstoffarmen Energiemix der Nation. Nordmazedonien sollte sich darauf konzentrieren, solche Schwankungen zu minimieren und Stabilität in der kohlenstoffarmen Energieproduktion zu erreichen, um eine nachhaltige Zukunft zu gewährleisten.