Von Juli 2025 bis Juni 2026 stammten in Georgien rund 69 % des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Wasserkraft dominierte mit gut 68 % und lieferte damit mehr als zwei Drittel des Stroms; andere kohlenstoffarme Quellen trugen nur wenig bei. Fossile Brennstoffe, ausschließlich Gas, deckten rund 19 % des Stromverbrauchs. Die verbleibenden knapp 12 % entfielen auf Netto-Importe, deren Erzeugungsmix aus den vorliegenden Daten nicht hervorgeht. Georgien verfügt damit über eine überwiegend saubere Stromversorgung, nutzt aber weiterhin fossilen Strom, der zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beiträgt.
Wächst der Strom in Georgien?
Der Stromverbrauch pro Person wächst: Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 4.000 kWh und übertrifft den bisherigen Rekord von 2025 mit 3.878 kWh um 121 kWh, also gut 3 %. Dieser neue Höchststand ist angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI eine erfreuliche Entwicklung. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung hält jedoch nicht Schritt: Mit 2.765 kWh pro Person liegt sie rund 203 kWh beziehungsweise 7 % unter ihrem bisherigen Rekord von 2.968 kWh aus dem Jahr 2024. Dieser Rückstand ist besorgniserregend: Georgien braucht nicht nur mehr Strom, sondern insbesondere mehr saubere Stromerzeugung.
Vorschläge
Georgien sollte seine starke Wasserkraftbasis durch Solarstrom, Wind und Kernenergie ergänzen. Besonders relevant ist das benachbarte Armenien, das rund 29 % seines Stroms aus Kernenergie erzeugt und als regionales Vorbild für den Aufbau entsprechender Fachkompetenz dienen kann. Auch Bulgarien zeigt mit rund 38 % Kernenergie und 19 % Solarstrom, wie beide kohlenstoffarmen Quellen zusammen einen erheblichen Beitrag leisten können. Für den Solarausbau bieten Albanien mit 17 % und Nordmazedonien mit 20 % weitere interessante Vergleichsregionen. Beim Wind kann Georgien Erfahrungen aus der benachbarten Türkei aufgreifen, wo Wind rund 12 % der Stromerzeugung liefert. Der Ausbau von Solaranlagen, die Erschließung geeigneter Windstandorte und die Prüfung eines Kernenergieprogramms könnten gemeinsam mehr sauberen Strom bereitstellen und den Bedarf an fossiler Erzeugung verringern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Georgiens ist in den vorliegenden Daten vor allem eine Geschichte schwankender Wasserkrafterzeugung. In den 1990er-Jahren gingen 1992 und 1995 zunächst 0,9 beziehungsweise 1,6 TWh gegenüber dem jeweiligen Vorjahr verloren, bevor 1996 eine Erholung um 0,8 TWh folgte. Die 2000er-Jahre brachten ebenfalls wechselnde Entwicklungen: Rückgängen 2000, 2004 und 2006 standen deutliche Zuwächse von 1,2 TWh im Jahr 2002 und 1,5 TWh im Jahr 2007 gegenüber. Nach einem kräftigen Plus von 2 TWh im Jahr 2010 folgten 2011 und 2012 Rückgänge; 2013, 2016 und 2018 legte die Erzeugung wieder zu. Die Verluste von 2019 und 2020 wurden durch einen starken Anstieg um 1,9 TWh im Jahr 2021 und weitere Zuwächse 2022 und 2024 abgelöst. Der erneute Rückgang um 0,4 TWh im Jahr 2026 unterstreicht, wie wichtig zusätzliche kohlenstoffarme Erzeugung für einen verlässlichen Wachstumspfad ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juli 2025 – Juni 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.








