Dänemark bezieht bereits rund 93 % seines Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen – ein bemerkenswerter Erfolg. Im Zeitraum von Oktober 2025 bis September 2026 entfielen rund 59 % auf Wind, knapp 20 % auf Biokraftstoffe und etwa 15 % auf Solar. Fossile Brennstoffe lieferten dagegen nur knapp 7 % des Stroms, darunter rund 3 % aus Gas und 2 % aus Kohle. Außerdem ist Dänemark ein bedeutender Netto-Stromexporteur und hilft damit benachbarten Regionen, ihre Emissionen zu senken. Die nächste große Aufgabe ist die Elektrifizierung von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie: Dafür wird deutlich mehr sauberer Strom benötigt.
Wächst der Strom in Dänemark?
Ob der Stromverbrauch wächst, lässt sich aus dem Vergleich mit historischen Höchstständen allein nicht ablesen. Der jüngste Wert für 2026 liegt bei rund 6.040 kWh pro Person und damit etwa 4.140 kWh beziehungsweise 41 % unter dem Verbrauchsrekord von 1996 mit rund 10.180 kWh. Dieser große Abstand verdeutlicht, wie wichtig zusätzliche Elektrifizierung ist. Erfreulich ist dagegen der neue Höchststand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreicht rund 5.640 kWh pro Person und übertrifft den bisherigen Rekord von 2024 mit rund 5.040 kWh um etwa 600 kWh beziehungsweise 12 %. Saubere Stromerzeugung wächst damit über ihren bisherigen Rekord hinaus, während der gesamte Pro-Kopf-Verbrauch noch deutlich unter seinem historischen Spitzenwert liegt.
Vorschläge
Dänemark sollte insbesondere Wind und Solar weiter ausbauen, da beide Technologien bereits große Mengen kohlenstoffarmen Stroms liefern. Zusätzliche Windparks sowie Solaranlagen auf Dächern und geeigneten Freiflächen können die Versorgung für Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und elektrische Industrieprozesse erweitern. Ein begleitender Ausbau der Stromnetze, Speicher und flexiblen Stromnutzung unterstützt diesen Wachstumskurs. Ergänzend sollte Dänemark auch Kernenergie als weitere kohlenstoffarme Stromquelle prüfen. Mehr saubere Stromerzeugung schafft Spielraum für neue Nachfrage, etwa durch Rechenzentren und KI, und kann fossile Brennstoffe mit ihren Klimagas- und Luftschadstoffemissionen weiter verdrängen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung wurde über Jahrzehnte vor allem vom Wind geprägt. Ende der 1990er- und in den 2000er-Jahren stieg seine jährliche Erzeugung in den aufgeführten Jahren jeweils um etwa 1 TWh. In den 2010er-Jahren beschleunigte sich der Ausbau: Besonders 2011, 2014 und 2017 kamen jeweils rund 2 TWh hinzu, 2019 sogar 2,3 TWh. Dem zwischenzeitlichen Rückgang um 1,4 TWh im Jahr 2016 folgte somit wieder deutliches Wachstum. Biokraftstoffe verzeichneten 2010 und 2017 Zuwächse von jeweils gut 1 TWh sowie 2021 von 2 TWh. In den 2020er-Jahren legte Wind 2022 um 3 TWh und 2024 um 1,2 TWh zu; Solar steuerte 2023 zusätzliche 1,2 TWh bei. Nach einem enttäuschenden Windrückgang um 1,5 TWh im Jahr 2025 folgte 2026 ein kräftiger Zuwachs von 2,3 TWh, während Biokraftstoffe weitere 1,1 TWh beitrugen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Okt. 2025 – Sept. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.












