Elektrizität in Bangladesch im Jahr 2025/2026
Von Juni 2025 bis Mai 2026 stammten in Bangladesch rund 81 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen: Gas lieferte etwa 42 %, Kohle weitere 31 %. Netto-Importe deckten rund 16 % des Stromverbrauchs; ihre Zusammensetzung nach Stromquellen geht aus den Daten nicht hervor. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen nur gut 2 % aus, darunter etwa 1,3 % Solarstrom und 1 % Wasserkraft. Die Stromversorgung ist somit weiterhin stark fossil geprägt. Ein Ausbau sauberer Stromerzeugung könnte diese Abhängigkeit verringern und zugleich Klimawandel und Luftverschmutzung entgegenwirken.
Wächst der Strom in Bangladesch?
Beim Stromverbrauch pro Kopf ist bislang kein neuer Höchststand erreicht: Der jüngste Wert für 2026 liegt bei 600 kWh je Person, gegenüber dem bisherigen Rekord von 649 kWh im Jahr 2022. Das entspricht einem Rückgang um 49 kWh beziehungsweise rund 8 % gegenüber dem Rekord. Daraus lässt sich allerdings keine Aussage über die Entwicklung des gesamten nationalen Stromverbrauchs ableiten. Einen kleinen Fortschritt gibt es bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreichte zuletzt 14 kWh je Person und übertraf damit den Rekord von 2025 um 1 kWh. Dieser Zuwachs ist erfreulich, bleibt aber klein. Für die zunehmende Elektrifizierung und zusätzliche Nachfrage, etwa durch KI-Anwendungen, braucht Bangladesch deutlich mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Bangladesch sollte vor allem Solar- und Kernenergie ausbauen und dafür Stromnetze, Finanzierung und Fachkräfteentwicklung gemeinsam voranbringen. Besonders relevante regionale Vorbilder sind Pakistan, wo Solarstrom rund 24 % und Kernenergie 13 % der Stromerzeugung liefern, sowie Sri Lanka mit einem Solarstromanteil von 15 %. Diese Beispiele bieten Ansatzpunkte für den Ausbau von Solaranlagen auf Dächern und größeren Freiflächen. Für eine starke Kernenergiesäule kann Bangladesch außerdem von Frankreich lernen, das rund zwei Drittel seines Stroms aus Kernenergie erzeugt, und von Südkorea mit etwa einem Viertel. Ergänzend sollte das Land geeignete Windstandorte erschließen: Dänemark mit einem Windstromanteil von 57 % zeigt, welchen Beitrag Wind bei passenden Standortbedingungen leisten kann.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch war die kohlenstoffarme Stromerzeugung Bangladeschs zunächst vor allem durch wechselnde Wasserkraftmengen geprägt. In den 1980er-Jahren gab es mehrfach Zuwächse und Rückgänge um jeweils 0,2 TWh. Mitte der 1990er-Jahre folgte auf einen Zuwachs von 0,2 TWh zunächst ein Rückgang um 0,5 TWh und anschließend eine Erholung um 0,4 TWh. Auch die 2000er-Jahre zeigten keine stetige Expansion: Kleineren Zuwächsen stand 2009 ein deutlicher Rückgang um 0,6 TWh gegenüber. In den 2010er-Jahren setzte sich dieses Auf und Ab fort, mit einem Plus von 0,3 TWh im Jahr 2010 und 0,4 TWh im Jahr 2016 sowie Rückgängen von jeweils 0,3 TWh in den Jahren 2014 und 2019. Seit 2022 liefert Solarstrom ein ermutigendes Wachstumssignal: 2022, 2024 und 2025 kamen jeweils 0,3 TWh hinzu; 2024 stieg außerdem die Wasserkrafterzeugung um 0,2 TWh. Diese jüngsten Fortschritte sollten zum Ausgangspunkt eines wesentlich stärkeren Ausbaus kohlenstoffarmer Stromerzeugung werden.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.








