In Aserbaidschan wird der größte Teil der Elektrizität aus fossilen Brennstoffen erzeugt, mit einem Anteil von mehr als 85% allein durch Gas. Nur etwa 15% der Elektrizität stammen aus kohlenstoffarmen Quellen, was hauptsächlich auf Wasserkraft zurückzuführen ist, die über 13% der Energieerzeugung ausmacht. Andere kohlenstoffarme Energiequellen wie Kernenergie, Solar oder Wind sind praktisch nicht vorhanden. Dieser Energiemix zeigt einen großen Handlungsbedarf, um den Anteil an sauberer Energie zu erhöhen und somit einen positiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Wächst der Strom in Aserbaidschan?
Ein Blick auf den Energieverbrauch in Aserbaidschan zeigt jedoch keinen Aufwärtstrend, der für grünes Wachstum ermutigend wäre. Der aktuelle Pro-Kopf-Stromverbrauch liegt bei 2525 kWh, was deutlich unter dem historischen Höchststand von 1988 mit 3329 kWh liegt. Ebenso stagniert die kohlenstoffarme Stromerzeugung mit aktuell 371 kWh pro Person leicht unter dem bisherigen Höchstwert von 2010, der bei 377 kWh pro Person lag. Diese stagnierende oder rückläufige Entwicklung ist besorgniserregend und deutet auf einen Bedarf an Reformen und Investitionen im Energiesektor hin, um eine nachhaltige und zukunftssichere Stromversorgung sicherzustellen.
Vorschläge
Um die kohlenstoffarme Stromerzeugung in Aserbaidschan zu steigern, kann das Land von den Erfolgen anderer Länder und Regionen lernen und vor allem den Ausbau von Kern- und Solarenergie vorantreiben. Beispielsweise erzeugen Frankreich und die Slowakei beeindruckende zwei Drittel beziehungsweise fast zwei Drittel ihrer Elektrizität aus Kernenergie. Dänemark und Iowa sind führend bei der Nutzung von Windenergie mit einem Anteil von etwa 60% beziehungsweise 57%. Darüber hinaus hat Kalifornien mit über 30% einen beachtlichen Anteil an Solarstrom. Angesichts dieser Vorbilder sollte Aserbaidschan den Ausbau von Kern-, Wind- und Solarenergie priorisieren, um eine sichere, stabile und saubere Energieversorgung zu erreichen.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
In der Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Aserbaidschan zeigen die Daten über die Jahrzehnte hinweg diverse Schwankungen, vor allem im Bereich der Wasserkraft. In den frühen 1990er Jahren und wieder in den frühen 2000er Jahren gab es positive Entwicklungen mit einem Anstieg der Wasserkrafterzeugung. Hingegen erlebte das Land in den späten 1980er Jahren und um 2006 signifikante Einbrüche. Die jüngeren Jahre, insbesondere 2024, brachten positive Impulse, vor allem durch die Verstärkung der Wasserkrafterzeugung und erste Schritte in der Solarenergie. Angesichts der gegenwärtigen Notwendigkeit der Elektrifizierung und des Klimaschutzes ist es entscheidend, auf diesen Fortschritten aufzubauen und weitere stabile Investitionen in kohlenstoffarme Technologien zu tätigen, um eine wachsende und nachhaltige Stromversorgung zu gewährleisten.
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Apr. 2025 – März 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.



