Elektrizität in Guam im Jahr 2022
Guams Stromverbrauch wurde 2022 zu rund 92 % durch fossile Brennstoffe gedeckt. Kohlenstoffarmer Strom machte lediglich knapp 8 % aus und stammte vollständig aus Solarenergie. Die Stromversorgung war damit weiterhin sehr stark von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Nutzung zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beiträgt. Der Ausbau sauberer Stromerzeugung bietet Guam deshalb großes Potenzial.
Wächst der Strom in Guam?
Beim Stromverbrauch pro Kopf zeigt sich bislang kein Wachstum gegenüber dem historischen Höchststand: 2022 lag er bei rund 10.900 kWh und damit etwa 1.200 kWh beziehungsweise 10 % unter dem Rekord von 2000. Das allein zeigt allerdings nicht, ob der gesamte Stromverbrauch zuletzt gestiegen oder gesunken ist. Erfreulich ist dagegen der Fortschritt bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie erreichte 2022 rund 850 kWh pro Person, gegenüber knapp 500 kWh beim bisherigen Rekord von 2019 – ein Zuwachs von rund 350 kWh beziehungsweise gut 70 %. Dieser Ausbau sollte weitergehen, damit mehr sauberer Strom für die Elektrifizierung und zusätzliche Nachfrage, etwa durch KI-Anwendungen, verfügbar wird.
Vorschläge
Guam sollte vor allem Solarenergie deutlich ausbauen. Ein besonders passendes Vorbild ist der US-Bundesstaat Hawaii, dessen Stromerzeugung zu rund 23 % aus Solarenergie stammt. Auch die Inselregion Zypern erreicht rund 23 %, während die US-Bundesstaaten Nevada und Kalifornien mit etwa 35 % beziehungsweise 31 % zeigen, dass noch höhere Anteile möglich sind. Ergänzend kann Guam geeignete Windstandorte prüfen und von der Inselregion Cabo Verde lernen, wo Wind rund 14 % der Stromerzeugung liefert. Auch Kernenergie sollte als langfristige Option für zusätzliche kohlenstoffarme Stromerzeugung geprüft werden: Frankreich erzeugt damit rund zwei Drittel seines Stroms, der US-Bundesstaat South Carolina mehr als die Hälfte. Diese Regionen bieten wertvolle Erfahrungen, die Guam bei einer auf seine Größe und seinen Strombedarf zugeschnittenen Planung nutzen kann.
Geschichte
Die vorliegenden historischen Daten zeigen von 2015 bis 2021 für Solarenergie jeweils eine jährliche Veränderung von 0 TWh. Auf der angegebenen Genauigkeitsstufe war damit über mehrere Jahre kein Zuwachs erkennbar; daraus lässt sich jedoch nicht schließen, dass überhaupt kein Solarstrom erzeugt wurde. Im Jahr 2022 folgte schließlich ein deutlicher Anstieg um 0,1 TWh, also etwa 100 Millionen kWh. Dieser erfreuliche Fortschritt sollte den Auftakt zu einem kontinuierlichen Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung bilden.















