Elektrizität in Togo im Jahr 2023
Togos Stromverbrauch lag 2023 bei rund 217 kWh pro Person – das sind nur knapp 6 % des weltweiten Durchschnitts von 3.794 kWh pro Person. Die Netto-Importe betrugen 1,1 TWh und waren damit ein wichtiger Bestandteil der Stromversorgung. Die heimische kohlenstoffarme Stromerzeugung erreichte lediglich 20 kWh pro Person. Wie viel Strom aus fossilen Brennstoffen stammte und wie sich die Importe auf saubere und fossile Quellen verteilten, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht bestimmen. Eine derart geringe Stromversorgung kann den Betrieb von Schulen, Krankenhäusern und Unternehmen erschweren und die wirtschaftlichen Möglichkeiten sowie die Elektrifizierung begrenzen.
Wächst der Strom in Togo?
Ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist anhand dieser Vergleichswerte nicht erkennbar: Der Stromverbrauch pro Person lag 2023 um 7 kWh beziehungsweise rund 3 % unter dem bisherigen Rekord von 224 kWh aus dem Jahr 2014. Noch deutlicher ist der Rückstand bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Mit etwa 20 kWh pro Person erreichte sie nur gut ein Drittel des Höchststands von 58 kWh aus dem Jahr 1995 – ein Rückgang um rund 37 bis 38 kWh unter Berücksichtigung der gerundeten Angaben. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, denn Togo braucht deutlich mehr sauberen Strom für bessere Lebensbedingungen, wirtschaftliches Wachstum und den künftigen Bedarf durch Elektrifizierung und Digitalisierung. Ob die gesamte Strommenge wächst, lässt sich aus den Pro-Kopf-Rekordvergleichen allein allerdings nicht ableiten.
Vorschläge
Togo sollte vor allem Solarstrom ausbauen und dies mit stärkeren Stromnetzen, Speichern und regionalen Stromverbindungen verbinden. Als afrikanisches Referenzland ist Südafrika besonders relevant: Die angegebenen Erzeugungsmengen von rund 20 TWh Solarstrom, 12 TWh Windstrom und 12 TWh Kernstrom zeigen, wie sich unterschiedliche kohlenstoffarme Quellen ergänzen können. Auch Pakistan mit rund 41 TWh Solarstrom und 22 TWh Kernstrom bietet Ansatzpunkte für technische Zusammenarbeit und Ausbildung. Togo kann daraus lernen, verlässliche Rahmenbedingungen für Solaranlagen zu schaffen und geeignete Windstandorte zu prüfen. Zugleich sollte das Land Kernenergie als langfristige Ergänzung untersuchen, beispielsweise durch regionale Kooperationen und den Aufbau entsprechender Fachkompetenz. Frankreich mit rund 376 TWh Kernstrom zeigt das große Potenzial dieser sauberen Stromquelle. Mehr kohlenstoffarmer Strom kann den Einsatz fossiler Brennstoffe und damit Klimabelastung und Luftverschmutzung verringern.
Geschichte
Die aufgeführte Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Togos ist überwiegend von Schwankungen der Wasserkraft geprägt. In den 1990er-Jahren wechselten Zuwächse und Rückgänge um jeweils etwa 0,1 TWh häufig einander ab: Auf Steigerungen 1990 und 1991 folgten bis 1999 wiederholte Richtungswechsel. Für 2001 ist ein weiterer Rückgang um 0,1 TWh verzeichnet, während 2004 keine Veränderung ausgewiesen wird. Auch zwischen 2013 und 2019 setzte sich das wechselhafte Muster fort; besonders 2017 und 2018 sank die Wasserkrafterzeugung in zwei aufeinanderfolgenden Jahren, bevor sie 2019 wieder zunahm. Einen erfreulichen neuen Impuls brachte 2021 die Solarenergie mit einem Zuwachs von rund 0,1 TWh. Darauf sollte Togo aufbauen, um aus einzelnen Fortschritten einen dauerhaften Ausbau sauberer Stromerzeugung zu machen.
















