Elektrizität in St. Kitts und Nevis im Jahr 2022
Im Jahr 2022 stammten in St. Kitts und Nevis rund 95 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen nur knapp 5 % aus und wurde den vorliegenden Daten zufolge vollständig durch Wind erzeugt. Die Stromversorgung war damit nahezu vollständig fossil geprägt. Ein höherer Anteil sauberer Stromerzeugung könnte helfen, die Klimabelastung und die Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe zu verringern.
Wächst der Strom in St. Kitts und Nevis?
Beim Stromverbrauch pro Kopf war 2022 kein neuer Höchststand zu erkennen: Mit rund 4.700 kWh lag er etwa 190 kWh beziehungsweise 4 % unter dem bisherigen Rekord von 2019 mit rund 4.900 kWh. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf wuchs gegenüber ihrem bisherigen Höchststand nicht: Sie blieb mit 214 kWh auf dem Niveau von 2021. Diese Stagnation ist bedauerlich, denn für die Elektrifizierung und zusätzliche Anwendungen wird mehr sauberer Strom benötigt. Die Angaben pro Kopf allein zeigen allerdings nicht, wie sich der gesamte Stromverbrauch entwickelt hat.
Vorschläge
Für den Ausbau bietet sich besonders Solarstrom an. Als Inselregionen liefern der US-Bundesstaat Hawaii und Zypern mit jeweils rund 23 % Solarstrom sowie Cabo Verde mit rund 14 % relevante Vorbilder. St. Kitts und Nevis könnte daraus Anregungen für Solaranlagen auf Dächern und geeigneten Freiflächen gewinnen, ergänzt durch Speicher und einen leistungsfähigen Netzbetrieb. Auch die bestehende Windstromerzeugung sollte ausgebaut werden; Irland und Uruguay zeigen mit jeweils etwa einem Drittel Windstrom, welchen Beitrag diese Technik leisten kann. Zusätzlich sollte das Land langfristig Möglichkeiten der Kernenergie prüfen, etwa durch regionale Zusammenarbeit und die Bewertung kleiner modularer Reaktoren. Frankreich mit rund 67 % und die Slowakei mit rund 66 % Kernenergie verdeutlichen deren Potenzial für eine verlässliche, kohlenstoffarme Stromversorgung; ihre Erfahrungen müssten jedoch an die Größenordnung des Inselstaats angepasst werden.
Geschichte
Die vorliegenden historischen Angaben zeigen für Wind in den Jahren 2012 bis 2016 sowie 2018 bis 2022 jeweils eine Veränderung von 0 TWh gegenüber dem Vorjahr. Damit ist über diese erfassten Zeiträume hinweg kein Zuwachs der Windstromerzeugung in der angegebenen Datengenauigkeit erkennbar. Das bedeutet nicht, dass kein Windstrom erzeugt wurde, sondern dass die ausgewiesene jährliche Änderung null betrug. Insgesamt deutet die Reihe auf eine lange Phase ohne sichtbaren Ausbau hin – ein Anlass, die kohlenstoffarme Stromerzeugung künftig entschlossener voranzubringen.














