Im Jahr 2023 stammten in Samoa 60 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen und 40 % aus kohlenstoffarmen Quellen. Wasserkraft lieferte ein Fünftel des Stroms, Solarenergie rund 13 % und Biokraftstoffe knapp 7 %. Damit war die Stromversorgung noch überwiegend fossil geprägt. Ein höherer Anteil sauberer Stromerzeugung könnte dazu beitragen, die durch fossile Brennstoffe verursachten Treibhausgasemissionen und die Luftverschmutzung zu verringern.
Wächst der Strom in Samoa?
Gemessen an den bisherigen Höchstständen zeigt sich beim Stromverbrauch pro Kopf kein Wachstum: Er lag 2023 bei 692 kWh und damit 157 kWh beziehungsweise rund 18 % unter dem Rekord von 849 kWh aus dem Jahr 2020. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf blieb zurück: Mit 277 kWh lag sie rund ein Viertel unter dem Höchstwert von 374 kWh aus dem Jahr 2021 – ein Rückgang um 97 kWh. Diese Abstände zu den Rekorden sind besorgniserregend, auch wenn sie allein keinen durchgehenden jährlichen Abwärtstrend belegen. Für eine zunehmende Elektrifizierung und neue digitale Anwendungen braucht Samoa wieder mehr sauberen Strom.
Vorschläge
Samoa sollte insbesondere die Solarenergie ausbauen, die bereits einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung leistet. Orientierung bieten etwa die US-Staaten Nevada und Kalifornien, wo Solarenergie rund 35 % beziehungsweise 31 % der Stromerzeugung ausmacht. Als Inselregion ist außerdem Cabo Verde mit einem Windanteil von 14 % ein relevanter Vergleichspunkt, um ergänzende Windkraftmöglichkeiten zu untersuchen. Speicher und ein leistungsfähiges Stromnetz können den Ausbau unterstützen. Auch Kernenergie sollte Samoa als langfristige Option prüfen und dafür internationale Zusammenarbeit nutzen: Frankreich erzeugt rund zwei Drittel seines Stroms mit Kernenergie. Diese Beispiele zeigen unterschiedliche Wege zu einer kohlenstoffarmen Stromversorgung; ihre konkrete Übertragbarkeit auf Samoa muss anhand der örtlichen Bedingungen geprüft werden.
Geschichte
Die vorliegenden historischen Angaben weisen für die Wasserkraft von 2001 bis 2013 durchgehend jährliche Veränderungen von 0 TWh aus. Dasselbe gilt für die aufgeführten Wasserkraftwerte von 2018, 2019, 2022 und 2023. Bei Solarenergie sind für 2015 und 2016 ebenfalls Veränderungen von 0 TWh verzeichnet, bei Biokraftstoffen für 2021. Auf der angegebenen Genauigkeitsstufe ist damit in diesen Einträgen kein Zuwachs erkennbar – ein enttäuschendes Bild angesichts des Bedarfs an mehr sauberem Strom. Die Nullwerte bedeuten jedoch weder, dass keine Stromerzeugung stattfand, noch schließen sie kleinere, durch Rundung verdeckte Veränderungen aus; für die nicht aufgeführten Jahre lässt sich daraus keine Entwicklung ableiten.














