Elektrizität in Guyana im Jahr 2023
Guyanas Stromverbrauch wurde 2023 zu rund 93 % durch fossile Brennstoffe gedeckt. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen nur knapp 7 % aus: Gut 5 % entfielen auf Biokraftstoffe und etwa 1,5 % auf Solarstrom. Damit dominieren fossile Brennstoffe die Stromversorgung weiterhin deutlich. Ein höherer Anteil sauberer Stromerzeugung könnte helfen, die mit fossilen Brennstoffen verbundenen Klimabelastungen und die Luftverschmutzung zu verringern.
Wächst der Strom in Guyana?
Ja, der Stromverbrauch pro Kopf in Guyana wächst: 2023 erreichte er rund 1.620 kWh und übertraf damit den bisherigen Rekord von rund 1.550 kWh aus dem Jahr 2022. Der Zuwachs betrug 76 kWh pro Person beziehungsweise knapp 5 %. Besonders erfreulich entwickelte sich die kohlenstoffarme Stromerzeugung: Sie stieg auf 109 kWh pro Person und lag damit 69 kWh über dem bisherigen Höchstwert von 40 kWh aus dem Jahr 2015 – nahezu eine Verdreifachung. Diese Fortschritte sind eine gute Grundlage, um den künftigen Strombedarf durch Elektrifizierung und die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz mit mehr sauberem Strom zu decken.
Vorschläge
Guyana sollte insbesondere Solarstrom ausbauen und dafür sowohl größere Solaranlagen als auch Anlagen auf Gebäuden fördern. Relevante Beispiele sind die lateinamerikanischen Länder Chile und El Salvador, in denen Solarstrom rund 24 % beziehungsweise 17 % der Stromerzeugung liefert. Für geeignete Windstandorte bietet Uruguay ein regionales Vorbild: Dort stammt etwa ein Drittel des Stroms aus Wind. Ergänzend sollte Guyana den Aufbau von Kernenergie prüfen und frühzeitig internationale Partnerschaften sowie Fachkompetenz entwickeln. Frankreich erzeugt rund zwei Drittel seines Stroms mit Kernenergie; die Vereinigten Arabischen Emirate erreichen bereits etwa ein Fünftel. Diese Beispiele zeigen, wie Solar, Wind und Kernenergie eine deutlich größere kohlenstoffarme Stromversorgung ermöglichen können.
Geschichte
Die vorliegenden historischen Daten zeigen über lange Zeit kaum ausgewiesene Veränderungen: Von 2000 bis 2010 sowie in den aufgeführten Jahren 2012, 2015, 2016 und 2017 lag die jährliche Änderung der Stromerzeugung aus Biokraftstoffen jeweils bei 0 TWh. Auch für Solarstrom wurden 2017, 2019, 2020 und 2023 Veränderungen von 0 TWh angegeben. Diese Werte bedeuten nicht, dass kein Strom erzeugt wurde; kleine Veränderungen können bei der verwendeten Rundung unsichtbar bleiben. Erst 2023 ist mit einem Plus von 0,1 TWh bei Biokraftstoffen ein deutlicher Zuwachs ausgewiesen. Die lange Phase ohne erkennbare Zuwächse unterstreicht, wie wichtig ein stärkerer Ausbau insbesondere von Solarstrom und perspektivisch Kernenergie für Guyanas wachsenden Strombedarf ist.
















