Von Mai 2025 bis April 2026 stammten in Ecuador fast drei Viertel des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen. Wasserkraft dominierte mit rund 71 % des gesamten Stromverbrauchs; Biokraftstoffe trugen etwa 1 % bei. Insgesamt erreichte kohlenstoffarmer Strom rund 73 %. Fossile Brennstoffe deckten dagegen etwa ein Viertel des Stromverbrauchs, darunter Gas mit knapp 3 %. Netto-Importe machten gut 1 % aus und werden hier getrennt ausgewiesen, da ihre Zusammensetzung nicht angegeben ist. Ecuador verfügt damit über eine starke Grundlage für eine saubere Stromversorgung, kann aber den verbleibenden fossilen Anteil weiter zurückdrängen.
Wächst der Strom in Ecuador?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst: Der jüngste Wert für 2026 beträgt 2.140 kWh und übertrifft den bisherigen Rekord von 2.104 kWh aus dem Jahr 2025 um 36 kWh, also knapp 2 %. Das ist ein erfreulicher Fortschritt angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI-Anwendungen. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf konnte jedoch nicht mithalten: Mit 1.561 kWh lag sie knapp unter dem bisherigen Höchststand von 1.570 kWh aus dem Jahr 2025, laut den angegebenen Veränderungswerten um rund 8 kWh. Dieser leichte Rückgang ist besorgniserregend: Entscheidend ist, dass nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch die saubere Erzeugung wächst.
Vorschläge
Ecuador sollte seine starke Wasserkraftbasis durch einen zügigen Ausbau von Solarenergie und geeigneten Windprojekten ergänzen und den Aufbau von Kernenergie prüfen. Besonders relevante Vorbilder in Lateinamerika sind Chile, wo Solarenergie rund 24 % der Stromerzeugung liefert, und Uruguay, wo Wind etwa ein Drittel beiträgt. Auch Brasilien zeigt mit rund 11 % Solarstrom und 15 % Windstrom, wie beide Quellen die Stromversorgung ergänzen können. Für einen ambitionierten Solarausbau lohnt sich zudem der Blick auf den US-Bundesstaat Nevada mit rund 35 % Solarstrom. Bei der Kernenergie bieten Frankreich mit etwa zwei Dritteln seiner Stromerzeugung und die Vereinigten Arabischen Emirate mit rund einem Fünftel wertvolle Orientierung. Ecuador kann aus diesen Beispielen lernen und passende Investitionen, Netzausbau sowie langfristige Planung vorantreiben, um mehr kohlenstoffarmen Strom bereitzustellen und die Klima- und Luftverschmutzungsfolgen fossiler Stromerzeugung zu vermindern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Ecuadors ist in den vorliegenden Daten vor allem eine Geschichte der Wasserkraft. In den frühen 1980er-Jahren stieg deren Erzeugung 1983 und 1984 zusammen um 2,3 TWh. In den 1990er-Jahren wechselten Zuwächse und Rückgänge: Auf ein Plus von 0,8 TWh im Jahr 1993 folgten ein Minus von 1,4 TWh 1995 und eine Erholung um 1,2 TWh 1996. Ähnlich verliefen die späten 2000er-Jahre, mit kräftigen Zuwächsen 2007 und 2008 und einem Rückgang 2009. Die 2010er-Jahre brachten überwiegend starke Fortschritte: Besonders hervorzuheben sind die Zuwächse von 4,3 TWh im Jahr 2017 und 4 TWh 2019, trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs 2013. In den frühen 2020er-Jahren setzte sich der wechselhafte Verlauf fort: Zuwächsen 2021 und 2023 standen Rückgänge 2022 und 2024 gegenüber. Der kräftige Anstieg um 5,1 TWh im Jahr 2025 war schließlich der größte jährliche Zuwachs in dieser Datenreihe und ein ermutigender Schritt für Ecuadors saubere Stromversorgung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
















