Elektrizität in Dschibuti im Jahr 2023
Dschibutis Stromverbrauch wurde 2023 zu fast drei Vierteln durch Netto-Importe gedeckt. Fossile Brennstoffe lieferten rund 18 %, während kohlenstoffarmer Strom knapp 10 % ausmachte und vollständig aus Wind stammte. Da die Stromquellen der Importe nicht angegeben sind, lässt sich deren Anteil nicht eindeutig als fossil oder kohlenstoffarm einordnen. Insgesamt ist Dschibuti damit stark auf Stromlieferungen aus dem Ausland angewiesen.
Wächst der Strom in Dschibuti?
Beim Stromverbrauch pro Kopf zeigt sich gegenüber dem bisherigen Höchststand kein Wachstum: 2023 lag er bei 616 kWh und damit rund 3 % unter dem Rekord von 633 kWh im Jahr 2021. Auch die heimische kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf blieb mit rund 61 kWh leicht unter ihrem bisherigen Höchstwert von rund 62 kWh. Diese Entwicklung ist bedenklich, denn für eine zunehmende Elektrifizierung und neue digitale Anwendungen wird mehr sauberer Strom benötigt. Die Pro-Kopf-Zahlen allein zeigen allerdings nicht, ob auch der gesamte Stromverbrauch gesunken ist.
Vorschläge
Dschibuti sollte vor allem Solarstrom ausbauen und seine Windstromerzeugung weiterentwickeln. Nahe gelegene Regionen liefern Anregungen: Somalia und Jemen erzeugen jeweils rund 17 % ihres Stroms aus Solarenergie, Eritrea rund 11 %. Auch der US-Bundesstaat Nevada zeigt mit etwa 35 %, welchen großen Beitrag Solarstrom leisten kann. Beim Wind bietet Marokko mit rund 20 % ein relevantes Vorbild. Ergänzend sollte Dschibuti Möglichkeiten für Kernenergie prüfen, auch im Rahmen regionaler Zusammenarbeit: Die Vereinigten Arabischen Emirate erzeugen rund 20 % ihres Stroms aus Kernenergie und zeigen damit ein Beispiel aus einer ebenfalls trockenen Region. Solche sauberen Stromquellen können wachsenden Strombedarf decken und fossile Stromerzeugung mit ihren klimaschädlichen Emissionen und ihrer Luftverschmutzung ersetzen.
Geschichte
Die vorliegenden historischen Daten zeigen einen deutlichen Zuwachs der Windstromerzeugung zu Beginn der 2020er-Jahre: 2021 stieg sie gegenüber dem Vorjahr um rund 0,1 TWh, also etwa 100 Millionen kWh. Für 2022 und 2023 weisen die gerundeten Daten jeweils keine weitere Veränderung aus. Auf den erfreulichen anfänglichen Ausbau folgte somit eine Phase ohne erkennbaren zusätzlichen Zuwachs. Neue Solar- und Windprojekte könnten dieser Stagnation entgegenwirken und die kohlenstoffarme Stromversorgung weiter stärken.














