In den zwölf Monaten von Juni 2025 bis Mai 2026 stammten in Chile rund 65 % des verbrauchten Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen und rund 35 % aus fossilen Brennstoffen. Solar lieferte mit gut 24 % fast ein Viertel des Stroms, gefolgt von Wasserkraft mit etwa 20 %, Wind mit rund 14 % und Biokraftstoffen mit gut 6 %. Auf der fossilen Seite entfielen knapp 18 % auf Kohle, rund 15 % auf Gas und knapp 3 % auf Öl. Damit deckt sauberer Strom bereits fast zwei Drittel des Stromverbrauchs; der weiterhin beträchtliche fossile Anteil verursacht jedoch Klimabelastungen und Luftverschmutzung.
Wächst der Strom in Chile?
Chiles Stromverbrauch wächst, allerdings nur leicht: Der jüngste Wert für 2026 liegt bei 4.594 kWh pro Person und damit um 44 kWh beziehungsweise knapp 1 % über dem bisherigen Rekord von 4.550 kWh im Jahr 2024. Dieser neue Höchststand ist erfreulich, doch bei der kohlenstoffarmen Stromerzeugung zeigt sich ein besorgniserregender Rückgang: Mit zuletzt 2.987 kWh pro Person liegt sie rund 152 kWh beziehungsweise etwa 5 % unter ihrem Rekord von 3.139 kWh aus dem Jahr 2024. Für die zunehmende Elektrifizierung und den zusätzlichen Strombedarf durch KI sollte Chile daher nicht nur mehr Strom bereitstellen, sondern vor allem die saubere Stromerzeugung wieder kräftig steigern.
Vorschläge
Dafür sollte Chile insbesondere Solar und Wind ausbauen, die bereits große Beiträge zur Stromversorgung leisten. Als regional relevantes Vorbild zeigt Uruguay, wo Wind rund ein Drittel des Stroms erzeugt, welches Potenzial ein konsequenter Ausbau bietet. Auch Dänemark und der US-Bundesstaat Iowa erreichen mit Wind jeweils etwa 57 %. Für Solar ist der sonnenreiche US-Bundesstaat Nevada ein hilfreicher Vergleich: Dort liefert diese Technologie rund 35 % des Stroms, gegenüber etwa 24 % in Chile. Ergänzend sollte Chile den Aufbau von Kernenergie als weitere kohlenstoffarme Stromquelle prüfen. Spanien mit rund 18 % Kernenergie und die Vereinigten Arabischen Emirate mit etwa 20 % bieten interessante Vergleichspunkte; Frankreich zeigt mit rund zwei Dritteln, wie groß der Beitrag der Kernenergie zu einer sauberen Stromversorgung werden kann.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Historisch war Chiles kohlenstoffarme Stromerzeugung zunächst stark durch Veränderungen bei der Wasserkraft geprägt. Anfang der 1990er Jahre wuchs deren Erzeugung deutlich: 1991 und 1992 zusammen um knapp 8 TWh. Rückgänge von insgesamt gut 5 TWh folgten 1998 und 1999. In den frühen und mittleren 2000er Jahren gab es erneut kräftige Zuwächse, darunter knapp 5 TWh im Jahr 2000 und zusammen rund 7 TWh in den Jahren 2005 und 2006, bevor 2007 ein Rückgang um 6 TWh eintrat. In den 2010er Jahren blieb die Entwicklung wechselhaft: Wasserkraft verlor 2010 rund 4 TWh, gewann 2014 gut 3 TWh hinzu und sank 2019 wieder um etwa 3 TWh; Biokraftstoffe legten 2011 um gut 2 TWh zu. Seit 2021 wurde Solar zu einem wichtigen Wachstumstreiber und erhöhte seine jährliche Erzeugung bis 2023 in drei Schritten um insgesamt gut 10 TWh. Wasserkraft verzeichnete 2023 und 2024 zusammen rund 6 TWh Zuwachs, verlor 2025 jedoch gut 6 TWh. Dieser jüngste Rückgang unterstreicht, wie wichtig ein breiter und zügiger Ausbau kohlenstoffarmer Stromerzeugung ist.
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Juni 2025 – Mai 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
















