Elektrizität in Bahrain im Jahr 2023
Bahrains Stromverbrauch wurde 2023 nahezu vollständig durch fossile Brennstoffe gedeckt: Gas machte rund 99,7 % aus. Kohlenstoffarmer Strom spielte mit einem Anteil von weniger als einem Prozent dagegen kaum eine Rolle. Die Stromversorgung war damit fast vollständig von fossiler Erzeugung abhängig, die zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beiträgt.
Wächst der Strom in Bahrain?
Beim Stromverbrauch pro Kopf gab es 2023 kein Wachstum: Mit rund 23.050 kWh lag er um 238 kWh beziehungsweise etwa 1 % unter dem bisherigen Rekord von 2022. Die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf stieg dagegen von 52 auf 57 kWh – ein Zuwachs von knapp 10 %, allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Dieser Fortschritt ist erfreulich, reicht aber noch nicht für eine deutliche Veränderung des Strommixes. Ob der gesamte Stromverbrauch Bahrains gewachsen ist, lässt sich aus den Pro-Kopf-Zahlen allein nicht feststellen. Angesichts des zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung und KI sollte insbesondere die saubere Stromerzeugung deutlich wachsen.
Vorschläge
Bahrain sollte vor allem Solarstrom ausbauen und den Aufbau von Kernenergie prüfen. Ein besonders relevantes Vorbild sind die benachbarten Vereinigten Arabischen Emirate, die bereits rund ein Fünftel ihres Stroms aus Kernenergie erzeugen. Frankreich zeigt mit etwa zwei Dritteln, welchen großen Beitrag Kernenergie leisten kann. Für Solarstrom bieten sonnige Regionen Orientierung: Im US-Bundesstaat Nevada beträgt dessen Anteil rund 35 %, in Zypern knapp ein Viertel und in Jordanien etwa 15 %. Bahrain könnte daraus Lehren für Solaranlagen auf Dächern und größeren Flächen sowie für langfristige Investitionen in eine saubere Stromversorgung ziehen.
Geschichte
Von 2020 bis 2023 weisen die vorliegenden Daten für Solarstrom in jedem Jahr eine Veränderung von 0 TWh gegenüber dem Vorjahr aus. Damit ist über diesen Zeitraum auf der angegebenen Genauigkeitsstufe kein Zuwachs erkennbar; dies bedeutet jedoch nicht, dass überhaupt kein Solarstrom erzeugt wurde. Der leichte Anstieg der kohlenstoffarmen Stromerzeugung pro Kopf im Jahr 2023 steht dazu nicht zwangsläufig im Widerspruch, da die historischen Veränderungen in TWh gerundet angegeben sind. Insgesamt zeigt die kurze Zeitreihe noch keinen deutlichen Ausbau – umso wichtiger ist eine Beschleunigung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung.
















