Elektrizität in Puerto Rico im Jahr 2025/2026
Von Mai 2025 bis April 2026 stammten in Puerto Rico rund 97 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen. Gas lieferte mit knapp 47 % fast die Hälfte des Stroms, Kohle weitere 17 %; die übrigen fossilen Quellen machten zusammen etwa ein Drittel aus. Kohlenstoffarmer Strom erreichte dagegen lediglich rund 2,6 %: Solar trug etwa 1,4 % und Wind etwa 1,1 % bei. Damit ist die Stromversorgung weiterhin nahezu vollständig von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Nutzung zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beiträgt.
Wächst der Strom in Puerto Rico?
Gegenüber den historischen Höchstständen ist der Stromverbrauch pro Kopf nicht gewachsen, sondern deutlich gesunken. Der aktuelle Wert für 2026 liegt bei rund 5.000 kWh pro Person, gegenüber etwa 6.600 kWh im Rekordjahr 2006. Das entspricht einem Rückgang um rund 1.600 kWh oder 24 %. Noch besorgniserregender ist die Entwicklung der kohlenstoffarmen Stromerzeugung: Sie liegt aktuell bei nur 128 kWh pro Person, verglichen mit 338 kWh im Rekordjahr 2024 – ein Rückgang um rund 210 kWh beziehungsweise 62 %. Diese Vergleiche zeigen zwar nicht die Veränderung gegenüber dem unmittelbaren Vorjahr, aber einen erheblichen Abstand zu früheren Höchstständen. Für die Elektrifizierung und den zusätzlichen Strombedarf durch KI wäre mehr saubere Stromerzeugung besonders wichtig.
Vorschläge
Puerto Rico sollte vor allem Solar deutlich ausbauen und zugleich Wind sowie den Aufbau von Kernenergie prüfen. Ein besonders passendes Vorbild für Solar ist der US-Bundesstaat Hawaii: Dort liefert Solar rund 23 % der Stromerzeugung. Auch Zypern erreicht etwa 23 %, während der US-Bundesstaat Nevada mit 35 % zeigt, wie groß der Solarbeitrag werden kann. Bei Wind bieten die Inselregionen Irland und Cabo Verde Orientierung: Wind liefert dort rund 35 % beziehungsweise 14 % des Stroms. Für eine starke, verlässlich verfügbare kohlenstoffarme Stromversorgung lohnt zudem der Blick auf Kernenergie: Im US-Bundesstaat South Carolina deckt sie mehr als die Hälfte der Stromerzeugung, in Frankreich etwa zwei Drittel. Diese Beispiele liefern Anregungen für einen langfristigen Ausbauplan, der Solar, Wind und Kernenergie an Puerto Ricos örtliche Bedingungen anpasst.
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Puerto Rico zeigt zunächst kleine, wechselnde Beiträge der Wasserkraft. In den 1980er-Jahren folgten auf einen Rückgang um 0,1 TWh zwei Zuwächse gleicher Größenordnung. In den 1990er-Jahren wurde ein Rückgang um 0,2 TWh durch zwei spätere Zuwächse von jeweils 0,1 TWh ausgeglichen; 2000 und 2012 sank die Wasserkrafterzeugung erneut um jeweils 0,1 TWh, während 2004 keine Veränderung verzeichnet wurde. Ab 2013 kamen erfreuliche Fortschritte bei Wind hinzu: zunächst 0,2 TWh, später jeweils 0,1 TWh in den Jahren 2019 und 2024; 2014 und 2016 blieb die Windstromerzeugung unverändert. Solar legte zwischen 2018 und 2022 in den aufgeführten Jahren insgesamt um 0,8 TWh zu. Der Rückgang der Solarstromerzeugung um 0,6 TWh im Jahr 2025 war jedoch ein deutlicher Rückschlag, der einen erheblichen Teil dieser Fortschritte zunichtemachte und einen erneuten, entschlossenen Ausbau sauberer Stromerzeugung umso wichtiger macht.
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
















