Von Mai 2025 bis April 2026 betrug Nigerias Stromverbrauch laut den vorliegenden Daten insgesamt rund 34 TWh. Davon entfielen etwa 22 TWh beziehungsweise knapp zwei Drittel auf fossile Brennstoffe, ausschließlich Gas. Kohlenstoffarmer Strom machte mit rund 12 TWh aus Wasserkraft gut ein Drittel aus. Der jährliche Stromverbrauch pro Person lag bei lediglich 145 kWh – weniger als einem Zwanzigstel des weltweiten Durchschnitts von 3.794 kWh. Eine so geringe Stromversorgung kann die Arbeit von Schulen und Krankenhäusern erschweren, die industrielle Entwicklung bremsen und den Zugang zu Kühlung, digitalen Dienstleistungen und produktiven Arbeitsplätzen einschränken.
Wächst der Strom in Nigeria?
Beim Stromverbrauch pro Kopf ist derzeit leider kein neuer Wachstumshöchststand erreicht: Der jüngste Wert für 2026 liegt mit 145 kWh um 42 kWh beziehungsweise rund 22 Prozent unter dem bisherigen Rekord von 187 kWh aus dem Jahr 2023. Auch die kohlenstoffarme Stromerzeugung pro Kopf bleibt zurück: Mit 51 kWh liegt sie rund 18 Prozent unter dem Rekord von 62 kWh aus dem Jahr 2002. Diese Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Rückgang gegenüber früheren Höchstständen, belegen aber für sich genommen keinen durchgängigen Rückgang der gesamten Stromerzeugung. Nigeria braucht deutlich mehr sauberen Strom, um Versorgungslücken zu schließen und den zusätzlichen Bedarf durch Elektrifizierung und digitale Anwendungen zu decken.
Vorschläge
Nigeria sollte vor allem Solarstrom zügig ausbauen und zugleich den Aufbau von Kernenergie prüfen. Relevante Vorbilder sind Südafrika mit rund 20 TWh Solarstrom und 12 TWh Kernenergie sowie Pakistan mit etwa 41 TWh Solarstrom und 22 TWh Kernenergie. Beide zeigen, dass diese sauberen Stromquellen auch außerhalb der wohlhabendsten Industrieregionen bedeutende Beiträge leisten können. Indien bietet mit rund 205 TWh Solarstrom und 54 TWh Kernenergie zusätzliche Orientierung für einen groß angelegten Ausbau. Ergänzend lohnt sich Windkraft an geeigneten Standorten: Brasilien erzeugt damit etwa 110 TWh, Südafrika rund 12 TWh. Für Nigeria wären verlässliche Investitionsbedingungen, stärkere Stromnetze, dezentrale Solaranlagen und der Aufbau qualifizierter Fachkräfte wichtige Schritte. Mehr kohlenstoffarmer Strom könnte zugleich die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Klima- und Luftbelastung verringern.
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Geschichte
Die aufgeführten Veränderungen der kohlenstoffarmen Stromerzeugung Nigerias betreffen ausschließlich Wasserkraft und zeigen eine wechselhafte Entwicklung. Nach einem Rückgang um 0,5 TWh im Jahr 1983 folgten in den 1980er-Jahren mehrere Zuwächse von jeweils etwa 0,6 bis 0,7 TWh; 1991 kamen weitere 1,5 TWh hinzu. Die 2000er-Jahre waren unbeständig: Dem kräftigen Plus von 2,3 TWh im Jahr 2002 standen mehrere Rückgänge gegenüber, besonders 2006 mit 1,5 TWh und 2009 mit 1,2 TWh weniger. In den 2010er-Jahren gab es deutliche Fortschritte, darunter Zuwächse von 1,8 TWh im Jahr 2010, 2,4 TWh im Jahr 2016 und 2 TWh im Jahr 2019, allerdings unterbrochen durch einen Rückgang 2018. Nach einem weiteren Minus 2020 folgten wieder Zuwächse: 1,3 TWh im Jahr 2022, 2,3 TWh im Jahr 2025 und 0,7 TWh im Jahr 2026. Diese jüngsten Fortschritte sind erfreulich; entscheidend ist nun ein dauerhaft stärkerer Ausbau sauberer Stromerzeugung.
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.
Stromimporte und -exporte
Handelsbilanz
* 12M = Letzte 12 Monate (Mai 2025 – Apr. 2026) — ein gleitender 12-Monats-Zeitraum, kein Kalenderjahr.














