In Kongo-Brazzaville stammten 2023 rund 79 % des verbrauchten Stroms aus fossilen Brennstoffen. Gas allein deckte mit etwa 74 % fast drei Viertel des Stromverbrauchs. Kohlenstoffarmer Strom machte dagegen nur rund 21 % aus, also etwa ein Fünftel. Dieser saubere Anteil entfiel nahezu vollständig auf Wasserkraft, die gut 20 % beitrug. Die Stromversorgung war damit stark von fossilen Brennstoffen abhängig, deren Nutzung zum Klimawandel und zur Luftverschmutzung beiträgt.
Wächst der Strom in Kongo-Brazzaville?
Der Stromverbrauch pro Kopf wächst: Mit 836 kWh erreichte er 2023 einen neuen Höchststand und übertraf den bisherigen Rekord von 815 kWh aus dem Jahr 2022 um 21 kWh beziehungsweise knapp 3 %. Das ist ein erfreulicher Zuwachs, doch die kohlenstoffarme Stromerzeugung hält damit nicht Schritt. Sie lag zuletzt bei 173 kWh pro Kopf und damit rund 53 kWh beziehungsweise fast einem Viertel unter ihrem Rekord von 226 kWh aus dem Jahr 2018. Dieser Rückstand ist besorgniserregend: Für die zunehmende Elektrifizierung und den künftigen Strombedarf braucht Kongo-Brazzaville deutlich mehr saubere Stromerzeugung.
Vorschläge
Kongo-Brazzaville sollte insbesondere Solarstrom ausbauen und Kernenergie als langfristige Ergänzung prüfen. Ein geografisch naheliegendes Vorbild ist Kongo-Kinshasa, wo Solar laut den vorliegenden Vergleichsdaten 13 % der Stromerzeugung liefert; Namibia erreicht 11 %, Pakistan sogar 24 %. Daraus lassen sich Anregungen für größere Solaranlagen und dezentrale Versorgungslösungen gewinnen. Bei geeigneten Standortbedingungen kann auch Wind beitragen: Kenia erzeugt damit 12 % und Marokko 20 % seines Stroms. Für Kernenergie bieten Frankreich mit rund 67 % und Pakistan mit 13 % unterschiedliche Orientierungspunkte. Kongo-Brazzaville könnte zunächst langfristige Bedarfsplanung, internationale Zusammenarbeit und den Aufbau entsprechender Fachkompetenz vorantreiben. Zusammen mit dem Ausbau der Stromnetze können Solar, Wind und perspektivisch Kernenergie die vorhandene Wasserkraft ergänzen und wachsenden Strombedarf sauber decken.
Geschichte
Die dokumentierte Geschichte der kohlenstoffarmen Stromerzeugung in Kongo-Brazzaville ist durch Wasserkraft geprägt. In den 1980er-Jahren und 1990 gab es fünf Zuwächse von jeweils 0,1 TWh. Die 1990er-Jahre verliefen anschließend wechselhaft: Rückgänge 1992 und 1993 sowie 1998 und 1999 überwogen den zwischenzeitlichen Zuwachs von 1996. Anfang der 2000er-Jahre folgte eine Erholung mit zusätzlich 0,2 TWh im Jahr 2000 und 0,1 TWh 2002, bevor die Erzeugung 2003 wieder um 0,1 TWh sank; 2009 blieb sie unverändert. Besonders erfreulich war der Aufschwung von 2010 bis 2012 mit insgesamt 0,7 TWh zusätzlicher Wasserkraftproduktion. Weitere Zuwächse von jeweils 0,1 TWh folgten 2015 und 2017. Der Rückgang um 0,2 TWh im Jahr 2019 war dagegen ein bedauerlicher Rückschritt und unterstreicht, wie wichtig ein kontinuierlicher Ausbau sauberer Stromerzeugung ist.













